NRW Gesundheitsministerium

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pfusch in der Pflege 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mut zum  Widerstand 

Medien

Medien: Sind unsere Medien eine Schande für unsereRepublik? (G.H. 10.04.2016) 

Es sind nicht nur die Politiker, die Manager und die Banker, die das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger verloren haben, es sind auch die Medienmacher.

 

Die Medien sind Bombardeure der Oberflächlichkeit!

 

Immer wieder die gleichen Figuren werden interviewt. Immer wieder erleben wir die gleichen Schwachköpfe der Nation auf den Bildschirmen. Oberhalb der untersten Mittelmäßigkeithat man es in dieser Republik nicht leicht.  

 

Ein großes Sausen und Brausen geht über die Sender der öffentlich-rechtlichen und der privaten Fernsehkanäle. Vor den Augen flimmert's. Informationen können klug machen. Zu viele und unwesentliche Informationen können aber auch ablenken, sie können die Neugier ertränken und die Unmündigkeit des Volkes verstärken. Die Medien überfluten uns mit Ohnmachtsgefühlen, die als Informationen getarnt daher kommen. Komplexe Zusammenhänge verlangen nach übersichtlichen Erklärungen, sie verlangen Transparenz. Doch statt qualitativ hochwertige Erklärungen und echter Wissensvermittlung tun sich die Medien i.d.R. mit Besserwisserei hervor.

 

Immer noch wird die Bevölkerung auch und besonders von den Medien falsch informiert und zum Narren gehalten. Dafür, dass das Volk in die Irre geführt und zum Narren gehalten wird, zahlt der Großteil der naiven und dem Denken entwöhnten Deutschen offensichtlich gern in die prallen Kassen von ARD und ZDF. Der Mensch will nun mal betrogen sein! Anders ist es nicht zu verstehen, wenn Banker und deren Helfershelfer, die Politiker, und wiederum die Knechte der beiden, die Medien, statt kritisch deren Qualitäten und Qualifikationen  zu hinterfragen, eben diese bedenkenlos und ohne Verstand protegieren. Daher haben wir es vor allem bei Politikern um ein von den Medien gekürtes Personal zu tun. Untertänigkeit und Charakterlosigkeit sind ihre Markenzeichen. Die Medien zeigen den Daumen nach oben oder nach unten und schon ist jemand in Charts ganz oben, ohne jemals seine Qualifikationen und Qualitäten bewiesen zu haben. Die Schröders, die Fischers, die Merkels usw. zeugen davon. Es ist völlig unerklärlich, wie solche Figuren wie etwa ein Freiherr von und zu Gutenberg oder eine Frau von der Leyen oder viele andere solchen Schlages je eine "prominente" Stelle innerhalb unserer Gesellschaft einnehmen konnten oder können. Es geht nach Mediengefälligkeit! Wir haben es mit Rampenlichthurerei zu tun. Falscher Ehrgeiz, der im Übrigen durch nichts begründet ist, ist überall im Spiel. Es geht immer weniger um seriöse Politikentwürfe.

 

Durch die erwähnte Mediengefälligkeit werden keine Anforderung an die Integrität und Qualifikationen der Akteure gestellt,  sondern nur eben -um es zu wiederholen -  Mediengefälligkeit. So werden Figuren nach oben in Spitzenämter gespült, deren Eignung im diametralen Gegensatz zu den Anforderungen steht, die notwendig wären, ein politisches Spitzenamt auszuüben. D.h. wir haben es immer mehr mit Attrappen zu tun, die an der Spitze der politischen Entscheidungsträgerschaft stehen, und die dann sehr schnell zum Strohfeuer der Entwicklung von Entscheidungen verkommen. In Wirklichkeit werden alle wesentlichen Entscheidungen von ganz anderen getroffen,  von mächtigen Interessengruppen nämlich, von Typen, deren Namen wir nie auf den Wahlzetteln in den Wahlkabinen gelesen haben. Der bayrischen Ministerpräsident, Horst Seehofer, hat das so formuliert: "Die, die die Entscheidungen treffen, sind nicht gewählt, und die, die gewählt wurden, haben nichts zu entscheiden".  

 

Die "anonymen" Figuren bringen die Gesellschaft nicht voran, sondern behindern ihre Weiterentwicklung. Sie liefern nicht Information, sondern Desinformation. Inzwischen hat die Gesellschaft einen Verblödungsgrad erreicht, den etwa die Religionen niemals bewerkstelligen konnten. „Die Kinder des Glaubens wie die Kinder der Wissenschaften bedeuten kein Ende der Torheit,sondern nur dessen beliebige Fortsetzung“, sagt der Paderborner Philosoph Hans Ebeling.


Das es soweit kommen konnte, haben wir ganz zuvorderst den Mainstream-Medien zu verdanken. Genauer gesagt: den Chefredaktionen dieser Medien.

 

Dass die Medien von Neandertalern beherrscht werden, verwundert kaum. Denn Medienleute leben, denken und handeln in Sphären, in denen Wirklichkeit, so,wie sie an und für sich ist, nicht stattfindet, nicht stattfinden kann. Sie sind ohnehin die Bauchredner des Seins, Papageien, Nachplapperer, die nie etwas Eigenes zustande gebracht haben. Sie liefern nichts  Neues, sondern allenfalls Abgestandenes – und nicht selten sind gerade sie es, die die falschen wissenschaftlichen Theorien, wie sie derzeit in den Finanz- und Wirtschaftswissenschaften, in der Medizin oder in den Gesundheits- und Pflegewissenschaften in Umlauf sind, bedenkenlos, ahnungslos und kenntnislos verbreitet haben. Sie laufen den falschen Propheten hinterher. Der gesamte angloamerikanische Schwachsinn und Irrglaube steckt in den Köpfen der Leute, die vorgeben, uns über "Wirklichkeiten" berichten zu können. Sie selber aber merken nicht, wie sehr sie denen immer wieder aufgesessen sind, die sich den Zerfall und Untergang der europäischen Völker zum Ziele gesetzt haben.

 

Es ist egal, worüber die derzeitigen Medien berichten: ob über die Migrantenflut, über den maroden Euro, über das Finanzwesen, über das Gesundheitswesen, über die EU-Diktatur in Brüssel, über TTIP, diesem unsäglichen Vertrag, der die Völker Europas noch weiter unterdrückt, über die Totalkontrolle durch ein Bargeldverbot und durch einen bargeldlosen Zahlungsverkehr, über den unter begründetem Verdacht der Jugend- und Kindesverführung stehende Genderismus oder über die Krise in der Ukraine berichtet wird - wir sollten uns einen Gefallen tun, und ihnen und ihren Berichten nicht glauben - wenn wir als freie und souveräne Menschen leben wollen, müssen wir sie mit allen Mitteln bekämpfen.  

 

Die EU, so wie sie heute gestrickt ist, muss aufgelöst werden. Ein Neuanfang muss her.

 

Was die Krise in der Ukraine und die Beteiligung Russlands, namentlich Putin, betrifft, so hat selbst der Programm-Beirat der ARD die Berichte darüber scharf gerügt und sie als "fragmentarisch", "tendenziös", "mangelhaft", "einseitig" und "voreingenommen" bewertet. Ein harter Schlag ins Gesicht unserer Medien.

 

Menschen, die sich um Verstehen bemühen, werden von den sogenannten "Qualitäts-Medien" diskriminiert und gehetzt.

 

Neuerdings werden Menschen, die sich der satanischen "political correctness" widersetzen und ihre eigene, wohlbegründete Meinung öffentlich äußern, einem Medien-Tribunal unterworfen. So am 24.02.2015 innerhalb der Sendung "Menschen bei Maischberger", als die bekannte und renommierte Journalistin und Professorin, Gabriele Krone-Schmalz, sich plötzlich einem hinterhältigen und feigen Mobbing-Komplott ausgesetzt sah, der aus Maischberger (Moderatorin), Arnulf Baring (Intellektueller???) und Werner Schulz (DieGrünen) bestand. Widerwärtigkeit zum Quadrat! Jeder, der sich ein Bild von dieser abscheulichen Sendung machen will, sollte im Internet unter YouTube folgendes in die Suchmaschine eingeben: "Gabriele Krone-Schmalz bei Maischberger" und zusätzlich "Faktencheck". Wie verkommen müssen Journalisten und gewisse Bürgerinnen und Bürger sein, die sich für solchen "Dreck" hergeben.

Eine Vorgängerin hatte die geschilderte tückische Farce bereits am 09.10.2007, als ein Mobbing-Komplott, der aus Kerner (Jornalist), Senta Berger (Schauspielerin), einer zweiten Journalistin und einigen weiteren geistfreien Ichlingen bestand, die ehemalige Tageschau-Sprecherin, Eva Herman, öffentlich hinrichtete.  

Angeblich wollte Johannes B. Kerner Eva Herman die Gelegenheit geben, sich nach ihrem umstrittenen NS-Zitat zu rehabilitieren. Dabei hatte die Talkshow den Charakter einer öffentlichen Hinrichtung. Nach 50 Minuten kam es zum Eklat: Der Moderator lud seine Ex-Kollegin wieder aus – und produzierte den Mitleids-Effekt. Auch dieses miserable Fiasko kann bei YouTube beurteilt werden, wenn man die Namen "Kerner, Eva Herman" eingibt.

Dass Menschen, die über ein selbstständiges und qualitativ hochwertiges Denken verfügen, von den derzeitigen "Mainstream-Medien"verspottet, verhöhnt, hingerichtet und diskriminiert werden, dürfte inzwischen dem tumbsten Mediennutzer aufgegangen sein.

 

Die Alten unserer Gesellschaft jedenfalls wehren sich in der Mehrheit vehement gegen diese Art Medien.

 

Übrigens: Was die älteren Menschen von bestimmten Medien zu erwarten haben, machte vor einiger Zeit das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) deutlich, als es Menschen über 69 von einer seiner fragwürdigen Sendungen ausschloss. Dass solches Tun offene Diskriminierung gegenüber den Alten ist und somit möglicherweise einen strafrechtlich relevanten Tatbestand erfüllt, sei hier nur am Rande erwähnt.

 

Dass die Medien von Geistlosigkeit, von irregeleiteten Geistern und von Kleingeistern beherrscht werden, ist nicht wirklich neu. Das erkennt man unter anderem auch daran, dass, wenn in den Medien vom Alter die Rede ist, fast ausschließlich von Verlusten geschwafelt wird. Dass alte Menschen über hervorragende Eigenschaften verfügen, über großartige Kompetenzen, über ein großes Wissen über die Gegebenheiten des Lebens und nicht selten über Weisheit, ist in den Medien kein Thema. Stattdessen werden sogenannte Prominente vorgeführt, um an ihnen gewisse demenzielle Erscheinungen des Älterwerdens deutlich zu machen, die bei genauerer Betrachtungen jedoch weniger auf Demenz als auf das Korsakow’sches Syndrom hinweisen.

 

Die Alten der Generation 60plus beobachten diese Entwicklungen mit Sorge. Trotz der Anzahl der Jahre, die sie gelebt haben, hören sie nicht auf zu lernen, sich zu bilden und mitten in der Gesellschaft zu leben und zu wirken. Die Alten sind nicht alt per se, d,h. ihr Geist ist frisch, scharf und wachsam. Wohl könnten sie gelassen sein und damit leben, dass die Bilder des Alters in den Medien aussehen, wie sie aussehen. Denn wie auch immer: Es sind falsche Bilder. Sie sind zielgerichtet negativ. Es ist ebendiese Art von billigen Medienprodukten. Denn wo das Alter negativ dargestellt wird, da frohlockt das Herz des Journalisten, da lassen sich übrigens auch die Kosten drücken und die Gewinne steigern. So bleiben die Bilder, die die Medien derzeit vom Altern und von den Alten zeichnen, einseitig und unhaltbar negativ. Trotzdem werden sie nahezu ohne Kritik von Jung und Alt übernommen. Wen wundert’s, wenn die Alten nicht fröhlich sind. Es ist damit wie mit der„self-fullfilling- prophecy“: ein besonders anfälliger Teil der Alten glaubt zu verblöden, und weil er es glaubt, verblödet er wirklich, obwohl er nicht wirklich verblödet ist. Es fehlt diesen Alten das gesunde Selbstbewusstsein, es fehlt ihnen das, was sie gegen die von den Medien abgesonderten Zuschreibungen immunisiert. Es fehlt ihnen Zivilcourage. Denn es ist nicht wahr, dass man manche im Alter als erstes die Haare verliert – im Alter verliert man hierzulande als erstes das gesunde Selbstwertgefühl.

 

De-menz heißt „ohne Geist“, heißt „geistlos“.

 

Auf Geistlosigkeit aber treffen wir in allen Bevölkerungsschichten. Wir stoßen darauf in den meinungsführenden Gruppen der Gesellschaft, in den Chefetagen der Medien, innerhalb der Vorstände der großen gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Institutionen, innerhalb der Vorstände der Wirtschafts- und Industrieverbände, innerhalb der Vorstände der großen Banken und Versicherer, im Bundestag und nicht zuletzt  innerhalb nahe zu aller Disziplinen der Wissenschaften, allen voran die Rechts- und Staatswissenschaften, die Naturwissenschaften, die Lebenswissenschaften, der Gesundheits- und Pflegewissenschaften und – leider - auch in der Philosophie.

 

Zwar sind die Alten  - etwa beim Hundertmeterlauf oder beim Kampf um olympisches Gold -  „zu nichts zu gebrauchen“, aber das wollen sie auch gar nicht. Da spenden sie gerne jenen jungen Männern und FrauenB eifall, die dafür geeigneter sind. Die Interessen der Alten sind nicht auf körperliche Schnelligkeit oder Kraft gerichtet, denn da sind die Hasen schneller und die Elefanten stärker, als Menschen es jemals sein werden. Die Aufgaben der Alten sind nicht das Rudern und andere schweißtreibende körperliche Verrichtungen, die Aufgaben der Alten liegen darin, die Richtung anzuzeigen, die eine qualitativ hochwertige Gesellschaft einschlagen sollte.

 

Dass sie dazu fähig sind, ergibt sich aus ihrem Leben selbst. Denn neben einer hohen sozialen Kompetenz besitzen die Alten in aller Regel  reiches Faktenwissen in den grundlegenden Fragen des Lebens, reiches Strategiewissen, Wissen um Kontexte des Lebens und des gesellschaftlichen Wandels, Wissen um die Relativität von  Werten und Lebenszielen und nicht zuletzt Wissen um die Ungewißheit des Lebens.

Leben ist Leben inmitten von Leben, das leben will – leben endet frühestens mit dem letzten Atemzuge.

 

Und nur der Geist erkennt des Geistes Wert.

 

Geistlosigkeit wird demnach den Wert des Geistes nicht erkennen. Deshalb bleiben so viele ältere Menschen unbemerkt.  

 

Trotz des geistlosen Umfeldes müssen die Alten, wenn sie hierzulande beispielsweise utilitaristischen Überlegungen angelsächsischer Art die Argumentation nehmen und gesellschaftliche Bedeutung in dem Sinne gewinnen wollen, dass sie  jenseits der Reproduktion auf andere Artet was zur Erhaltung der Spezies beitragen wollen, diesem Zeitgeist trotzen. Denn ihre Bedeutung geht über ihre persönliche Zukunft. Sie müssen erkennen, dass der Zeitgeist in den derzeitigen Medien und die Ziele der privaten Wirtschaft und der privaten Versicherungen darauf gerichtet sind, die sozialen und Solidarität stiftenden Errungenschaften des späten 19. Jahrhunderts und insbesondere der 50er, 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts zu zerstören. Die Alten werden ihre Energien nicht für Trivialitäten verplempern. „Wenn die Alten ihre Energie im Alter verbrauchen oder mit Trivialitäten und Spielereien verplempern“, sagt die berühmte amerikanische Altersforscherin Betty Friedan, „wenn sie nur die Zeit totschlagen und das Alter und den Tod verleugnen, verschleudern sie ihre auf die Zukunft gerichtete Weisheit und Generativität. Ihr Leben muss mehr sein als nur jene bedeutsamen Erinnerungen, die sie vielleicht für ihre Enkel aufschreiben. Die Alten  können die Zukunft nicht voraussehen. Doch wenn sie an den Problemen arbeiten, vor denen unsere Gesellschaft steht, und dabei ihre im Lauf des Lebens erworbene Weisheit und Generativität einsetzen, einschließlich des Wissens um die Entstehung und um die phantastischen Errungenschaften des Sozialstaats, dann  hinterlassen sie ihren  Enkeln ein Vermächtnis, das darin besteht, dass sie bei der Gestaltung der Zukunft helfen und die Generativität des menschlichen Gemeinwesens entfalten und bewahren.“

 

Die Alten und die Jungen müssen ihr eigenes Leben leben, generativ, besonnen, maßvoll und als Teil der Gemeinschaft.  

 

alter-aktiv-bdpv(Bund der Pflegeversicherten e.V.)

 

GerdHeming (Vors.) Münster, April 2016

 

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 Die Medien, insbesondere ARD und ZDF, kapieren es nicht!

Mein geehrter Presseclub, geehrte Teilnehmer des o.g. Presseclubs u.a.            

Sie verstehen  nicht, was im Volk vor sich geht. Das ist eindeutig. Sie  diskutieren - aber die eigentlichen Probleme diskutieren Sie        nicht. Die eigentlichen  Probleme sind die Missachtung und       Unterdrückung eines großen Teils unserer Bevölkerung durch        politische Entscheidung der vergangenen 16 Jahre - darunter  die gesamten "Hartz-Gesetze". Sie kapieren nicht, welche  Wirkungen diese Poliltik und die sogenannte Berichterstattung  der Medien hatte und hat, welcher Frust, welcher Unmut,  welcher Hass sich aufgestaut hat. Allein während der  Gesundheitsreformen der Ulla-Schmid-Periode wurden die Arbeitgeber und die Krankenkassen um rund 20 Milliarden Euro  jährlich entlastet, die fortan von den gesetzlich Versicherten aus privaten Mitteln gezahlt werden. Die Reihe der politisch initierten Untaten gegen die Arbeitnehmer und    Arbeitnehmerinen - etwa die Steuererleichtungen für    Großverdiener, die steuerliche Freistellug von Firmenverkäufen,  die Absenkung der Körperschaftssteuer auf 15 Prozent, die  Erbschaftssteuer, die Vermögenssteuer -  ließe sich nahezu      endlos fortsetzen.  Ihr Fehler ist, dass Sie sich für Experten  halten, für besonders "Einsichtige". 
        

    

Es gilt jedoch,  dass - nach Michael Hampe, ETH Zürich - die Konsequenz  sogenannter anerkannter Experten in Sachen Vernünftigkeit oder Moral die  ist, dass Menschen, die in Expertenkulturen aufwachsen, sich angewöhnen, allein auf das Urteil dieser  Experten zu vertrauen und deshalb nicht in der Lage sind, sich eigenständig zu koordinieren und zu orientieren. Ein    soziales System, das Experten der Vernünftigkeit braucht, ist nicht demokratisch, sondern es ist ein System im Zeichen  des platonischen Philosophenkönigs. Auf solche  Könige und notfalls auch auf den Journalisten Kuntze sollten wir besser verzichten.

    

Die Frage, die sich daraus ergibt, ist: Verstehen Medienleute überhaupt noch, was Demokratie bedeutet? Sind sie nicht längst in ein gedankliches und selbstreferentielles System geraten, das es ihnen unmöglich macht, sich "eigenständig zu koordinieren und zu orientieren", was ja die  Voraussetzung für Demokratie ist? Es scheint so, ihr  arrogantes Auftreten, mit dem sie sich der Öffentlichkeit  präsentieren, lässt das vermuten.
        

    

Sie merken nicht, dass die so verstandene "besondere Einsichtigkeit" in Welt- und Lebensblindheit und damit in  totale Uneinsichtigkeit führt. Die "besonders Einsichtigen"  werden schließlich zu "absolut Uneinsichtigen". Sie sind die „Blinden“, die den Sehenden die Welt erklären wollen. Welche Arroganz, welche Dummheit, welcher Mangel an Urteilskraft
        

    

Am 25. September          2015 ff haben Sie den untenstehenden "Offenen Brief an die          Bundeskanzlerin u.a. und an die Chefredaktionen  der Medien",          den der Bund der Pflegeversicherten veröffentlichte, erhalten.          Es gab eine große Anzahl von Rückmeldungen, denn unsere          Veröffentlichungen erreichen knapp zweitausend  Adressaten,          die wir direkt ansprechen und weitere geschätzte          dreißigtausend, weil viele der von uns direkt informierten          Menschen diese Veröffentlichungen an Freunde, Bekannnte und          Verwandte weiterleiten. Was darüberhinaus an Weiterleitungen          stattfindet, entzieht sich unserer Kenntnis, es dürften wohl          einige hunderttausend sein.
        

    

Sie haben bisher          nicht geantwortet. Doch  das haben wir - s.o. - auch nicht          erwartet, da Sie längst mit Welt- und Lebensblindheit           geschlagen sind.
        

    

Doch eines bleibt          noch: Unter den vielen Rückmeldungen, die uns erreichten,          befand sich der "Offene Brief" vom 14.10.15 des Generalmajors          Schultze-Rohnhof, den wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Ich          empfehle Ihnen, den Offenen Brief des BdPV und den Offenen          Brief des Generalmajors sorgfältig und mehrmals aufmerksam zu          lesen, Sie finden ihn als PDF-Format im Anhang.
        

    

Mit freundlichem          Gruss
        

    

Gerd Heming,          Münster, 18.10.15
        

    


          Offener Brief mit Fragenkatalog an die Frau Bundeskanzler, an          den Bundespräsidenten, an  alle          Regierungsmitglieder in Berlin, in den Ländern und Gemeinden

    

 

    

Sehr geehrte Frau        Bundeskanzler Merkel, sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,        geehrte und ungeehrte Minister, sehr geehrte Chef-Redakteure der        Medien,

    

Sie behaupten,        Zuwanderung sei eine Bereicherung für die deutsche Gesellschaft.        

    

Merkwürdigerweise        sind überall dort, wo die meisten Zuwanderer geballt wohnen, die        Probleme am größten. Kann es sein, dass wir, das Deutsche Volk,        von Ihnen dreist belogen werden? Die Fakten sind erdrückend:        Laut einer Studie, die vor einiger Zeit in der FAZ        veröffentlicht wurde, haben Zuwanderer aus den deutschen        Sozialsystemen schon über eine Billion (!) Euro mehr        herausgenommen, als sie in diese einbezahlt haben. Trotzdem        behaupten Sie: "Flüchtlinge stärken die Sozialsysteme". Richtig        ist, dass das Geld, das von deutschen Arbeitnehmern und        Arbeitnehmerinnen erwirtschaftet wird,  in die Taschen der        Migrations- und Integrationsindustrie fließt. Sie haben ein        Betreuersystem für Migranten geschaffen, das den Sozialstaat nun        in den Ruin führen wird. Warum verschweigen Sie uns das? Warum        belügen Sie uns?

 

 

 

 

Die USA sind nicht Europa (G.H. Februar 2015) 

Es ist zu hoffen, dass die Krise in der Ukraine ein tiefer gehendes Nachdenken in den Köpfen westlicher Politiker erzwingt. Denn hätten die Politiker des Westens vorhergedacht, dann hätten sie erkannt, dass Putin sich spätestens seit 2001 zu einer Figur der Weltgeschichte entwickelte, und dass er nicht nur ein Mann der Tat ist, sondern einer, der in Studien sein Wissen und seine Bildung stetig vervollkommnet. Bildung ist für Putin das allein überlebensichernde Elixier. Es wäre wünschenswert, wir könnten Gleiches von unseren Politikern sagen. Doch unter diesen grassiert der Mangel – nämlich der Mangel an Urteilskraft. Der Mangel an Urteilskraft aber, das wissen wir seit Kant, ist Dummheit.

 

 

Wenn neuerdings Putin sich in Richtung Eurasien orientiert, so ist das mehr als nachvollziehbar  und,  mit Blick auf die Politik des Westens,  eine folgerichtige Entwicklung. Westliche Politiker geben vor, für alles offen zu sein. Sie übersehen, dass, wer für alles offen ist, nicht ganz dicht im Kopfe ist.  Westliche Politik ist zu einem Hort der Beliebigkeiten verkommen, prinzipienlos, charakterlos.  Wer moralisches Handeln einfordert, wer auf ethische Prinzipien verweist, der war einst ein hochgeachteter Mensch -  hierzulande ist er heutzutage leider nur eine ungehörte Rarität.  

 

Um die Philosophie ist es daher z. Zt. schlecht bestellt. Es ist schlecht bestellt um sie, weil die heutigen „Philosophen“ nicht einsichtig sind. Sie sind zu Wissenschaftstheoretikern mutiert, zu Nickern, und  sind sich gerade deswegen selbst entgangen.

 

Soziale Probleme sind stets kulturelle Probleme, weil sie mit den Welten zu tun haben, die wir im Zusammenleben  mit anderen aufbauen. Deshalb fällt auch die Lösung jedes beliebigen sozialen Problems in den Bereich der Ethik, d.h. in den Bereich der Ernsthaftigkeit  des Handelns in jeder Situation, zu dem es auch gehört, das Recht jedes Menschen, auch jedes fremden Menschen mit allen Unterschieden und Gemeinsamkeiten so weit es sinnvoll ist, zu tolerieren.  Das Verhalten der Menschen, die durch die Verteidigung der Negation des anderen für sich selbst und für die Welt blind geworden sind,  hat aus ihnen das gemacht, was sie heute sind. Schurken! Dennoch steht uns der Ausweg jederzeit offen, weil wir unserer Blindheit zum Trotz alle wissen, dass wir diejenige Welt leben, die wir leben, weil wir aus gesellschaftlichen Gründen nicht wirklich eine andere Welt leben wollen. Deswegen ereignen sich Kriege  nicht einfach, wir machen sie; das Elend ist kein historischer Zufall, sondern unser Werk, weil wir eine Welt mit all den asozialen Vorteilen wollen, wie sie die ideologische Rechtfertigung des Wettbewerbs mit sich bringt.

 

Ein geeignetes Beispiel, um die Vorgänge in der Ukraine zu verstehen, ist übrigens Georgien.

 

Georgien hatte sich nach der Ära Gorbatschow voller verzweifelter Hoffnung mit den USA verbündet. Georgiens Regierungschef Saakaschwili suchte die intimste Nähe zu George W. Bush und fand in ihm den gleichen Geist der Negation. In engster Kooperation mit  Bush junior begann er damit, Georgien militärisch aufzurüsten. In der Folge stiegen die militärischen Ausgaben Georgiens  binnen weniger Jahre von 19 Millionen jährlich auf über 900 Millionen pro Jahr. US-amerikanische militärische Ausbilder lehrten den Georgiern das Kriegshandwerk. Ein Handwerk, das sie drängte, es in Taten umzusetzen. Denn es war nicht Putin, der 2008 den Krieg begann, es war der Georgier Saakaschwili. Der aber unterlag einem tödlichen Irrtum: Er glaubte, die USA würden ihn in seinem Kampf gegen Russland blind unterstützen. Pustekuchen! Die US-Amerikaner kennen nur eigene Interessen.

 

Damit es den Ukrainern nicht ergeht, wie seinerzeit den Georgiern, tun sie und Europa  gut daran, ein differenziertes und distanziertes Verhältnis zu den USA zu pflegen. Denn spätestens seit 1972 und 2001 sind die USA nicht mehr jene USA, die wir aus den fünfziger und sechziger Jahren des vergangen Jahrhunderts in Erinnerung haben.

 

 Europa muss seinen eigenen Weg finden und ihn mit erhobenem und unabhängigem Haupt begehen. Den Weg aber, den die Europäer gehen müssen, werden sie  nicht ohne Russland gehen können. Europa muss sich seiner Werte, ein Ergebnis vieler Jahrhunderte wechselhafter Geschichte, besinnen  -  einer Geschichte und eines tiefen Wissens, welches den Amerikanern auf ewig unerreichbar bleibt.

 

Gerd Heming,Münster, Februar 2015

 

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Kein Grund zum Schämen

Wir sollten nicht den Mund halten und im Hintergrund bleiben ! Und wir sollten einem Sven Kuntze energisch widersprechen, wenn er sagt, dass das Beste an unserer Generation ist, dass sie abtritt. Nichts von dem, wovon der ehemalige ARD-Journalist in seinem Opus „Die schamlose Generation“ spricht, trifft auf einen zu, der im Jahre 1939 geboren wurde.  

 

Wovon er spricht ist die Clique, in der er groß geworden ist und gelebt hat – und wohl immer noch lebt. Es ist die Clique der Moderatoren, Redakteure und Journalisten, es ist die Clique der Medienleute, die längst den Bezug zu den real-existierenden Menschen verloren hat. Es ist das Problem eines Sven Kuntze, der von einer fetten Pension lebt und sie verprasst, und dies ist das Problem aller, die ihm gleichen. Er kennt die Wirklichkeit nicht!  Denn seine Wirklichkeit ist nicht meine Wirklichkeit, sie ist nicht die Wirklichkeit des weitaus größten Teils der heutigen Alten, die nicht wie er  üppige Ruhestandsgelder zum Verprassen zur Verfügung haben.

 

In einer neoliberalen Epoche, in der die Berichte der Medien immer kreischender und hektischer werden, kann man sich von Solidaritätsforderungen sehr bequem befreien, indem man sie übertreibt und sie auf die jeweils etwas ferner Stehenden ausweitet. Angehörige bürgerlicher Eliten, wie zum Beispiel Sven Kuntze und Seinesgleichen, fordern selten oder nie Rentenerhöhungen gegen die grassierende Altersarmut. Kein Wort darüber, dass der Zusammenhalt in dieser Gesellschaft seit 1998, seit der Schröder-Regierung und in Fortsetzung seit 2005 durch die Merkel-Regierung systematisch zerstört wurde und wird. Kein Wort darüber, dass die beiden großen Kirchen in Deutschland diese Zerstörung mit Wort und Tat unterstützen.So geschieht dann das, wovon Goethe in seinem "Faust" spricht, wenn er sagt: "Ich bin der Geist, der stets verneint, und das mit Recht.  Denn alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt, mein eigentliches Element". Die sogenannten Eliten ergehen sich lieber in schicker, sentimentaler und weitgehend unverbindlicher Sympathie für eine potenzielle Zukunft.  Die Frage, was steigender Kostendruck und geringe Renten für die heutigen Alten bedeutet, stellen sie nicht. Bei diesem Manöver profitieren sie von rechtspopulistischen Parteien, deren Aktivismus dafür sorgt, dass jede nüchterne Erörterung diese Frage sofort in den Geruch des Lamentierens gerät. Das Ausweiten der Solidarität auf den Übernächsten hat also immer die angenehme Folge, dass man den Übernächsten letztlich nichts zu geben braucht, aber dafür die näher Stehenden, mit denen einen stärkere Interessenkonflikte verbinden, überspringen kann.

 

Hier zeigt sich ein allgemeines politisches und mediales Prinzip: Selbst die richtigste politische Position wird falsch und infam, wenn man sie als Vorwand für eine andere Agenda missbraucht. Das ist das Problem der Kuntzes, das ist das Problem der Medienleute und übrigens ist dies auch das Problem der Politik. „Wenn du Migrant bist“, sagte kürzlich ein70jähriger Rentner, „dann wirst du besser geschützt und behandelt, als wenn duDeutscher bist und krank, arm, alt oder arbeitslos“.

 

Leute wie Kuntze und seine Genossen halten sich für „besonders einsichtig“ und klug. Aber sie sind es nicht. Was ihnen fehlt,  ist eine echte, tiefwurzelnde humanistische Bildung.

 

Nun müssen wir aber einen Blick auf die "besonders Einsichtigen" werfen, zu denen  zugehörig er sich glaubt. Wir müssen uns klarmachen, wer damit gemeint ist. Denn selbstverständlich meint er damit „anerkannte  Experten“. Es gilt jedoch, dass - nach Michael Hampe, ETH Zürich -  die  Konsequenz sogenannter anerkannter Experten in Sachen Vernünftigkeit oder Moral die ist, dass Menschen, die in Expertenkulturen aufwachsen, sich angewöhnen, allein auf das Urteil dieser Experten zu vertrauen und deshalb nicht in der Lage sind, sich eigenständig zu koordinieren und zu orientieren. Ein soziales System, das Experten der Vernünftigkeit braucht, ist nicht demokratisch, sondern es ist ein System im Zeichen des platonischen Philosophenkönigs. Auf solche Könige und notfalls auch auf den Journalisten Kuntze sollten wir besser verzichten.

 

Die Frage, die sich daraus ergibt, ist: Verstehen Medienleute überhaupt noch, was Demokratie bedeutet? Sind sie nicht längst in ein gedankliches und selbstreferentielles System geraten, das es ihnen unmöglich macht, sich "eigenständig zu koordinieren und zu orientieren", was ja die Voraussetzung für Demokratie ist?  Es scheint so, ihr arrogantes Auftreten, mit dem sie sich der Öffentlichkeit präsentieren, lässt das vermuten.  

 

Sie merken nicht, dass die so verstandene "besondere Einsichtigkeit"  in Welt- und Lebensblindheit und damit in totale Uneinsichtigkeit führt. Die "besonders Einsichtigen" werden schließlich zu "absolut  Uneinsichtigen".  Sie sind die „Blinden“, die die Sehenden die Welt erklären wollen.  Welche Arroganz, welche Dummheit, welcherMangel an Urteilskraft!

 

Die Alten müssen sich nicht schämen. Wenigstens nicht dafür, was Journalisten ihnen anzudichten trachten.

 

Wenn den Alten überhaupt etwas vorzuwerfen ist, dann ist es die Leichtgläubigkeit,  mit der sie sich täuschen lassen.  Denn solange die Alten sich hinter Synonymen verstecken, solange die Politik  für sie  „Senioren“-politik macht und nicht Politik für Alte, solange stehen sie nicht zu dem, was sie sind: Alt.  Viele Alte, besonders Frauen,  wollen getäuscht werden – und werden getäuscht. Sie sind Schachfiguren in einem Spiel, an dem  sie nicht beteiligt sind. Nur so ist es zu verstehen, dass zum Beispiel die Rentenpolitiker mit ihnen das machen können, was ihnen zum Schaden ist.  Nur so ist es zu verstehen, dass die Ältesten der Alten in Pflegeeinrichtungen vergessen dahin vegetieren.  

 

Es ist - gelinde gesagt - eine eigenartige Denkweise, wenn gerade die Alten denken, Altern sei eine Krankheit, die zu behandeln möglich sei. Altern ist keine Krankheit. Altern ist nicht behandelbar. Vom Tage unserer Geburt an altern wir, vom Tage unserer Geburt an sterben wir.

 

Da helfen auch nicht  der so oft beschworene Jugendlichkeitswahn oder  Anti-aging-Programme. Sie sind Irrwege, geistige Verirrungen - eben wahnhaft. Wer sich ihnen verschreibt, wer sich ihnen ausliefert, wer ihnen wie in  einem religiösen Fieber verfällt, gibt seiner Vernunft den finalen Schuss. Er tötet das, was den Menschen zum Menschen macht.

 

Warum nur sind ausgerechnet Geist und Macht ein deutsches Problem? Woher kommt diese untertänige Begeisterung vor der angeblichen Macht?  Warum kämpfen Menschen schier bis zum letzten Atemzug für ihre Verknechtung, als ginge es um ihrSeelenheil?  

 

Ist es  die Macht des Wortes, die Menschen tötet? Ist es die Dumpfheit des herrschenden Systems? Ist es die hinterlistige Raffinesse dieses Systems?   Es ist nicht leicht, Menschen zu ihrem Glück zu überreden, aber es ist relativ leicht, sie zu ihrem Unglück zu überreden. Die eigene Dämlichkeit wird zum Kult erhoben.

 

Die Alten bleiben stumm.  

 

„Uneinsichtig, erinnerungslos und ohne Einkehr verläuft und endet das Leben der Meisten“, sagt der Paderborner Philosoph Hans Ebeling, „sie lassen das Alter verstreichen wie das ganze bisherige Leben selbst.  Ein Leben ohne Einsicht, Erinnerung und Einkehr ist nicht  ‚lebensunwert’, aber belanglos. Die Humanität gebietet, noch das Belanglose zu schützen. Aber besondere Achtung darüber hinaus kann solchem weithin ‚bewusstlosen“ Lebensvollzug nicht zugebilligt werden“.  Die aber, so der Philosoph, also jene, die ohne Einsicht, ohne Erinnerung, ohne Einkehr seien, würden den Weltenlauf bestimmen. „Sie missbrauchen noch das *Weltgericht’. Sie ergeben sich dem Trost oder der Trostlosigkeit des Alters. Das Ende der Torheit setzt dagegen voraus, von sich aus aus der Zeitgenossenschaft herauszufallen. Spätestens für das Aller gibt es nur eine ‚Überlebensform’  des Geistes: Unzeitgemäß zu sein“.

 

Die Alten bleiben immer noch stumm.

 

Wie aber soll ein stummes Alter Achtung gebieten? Das ist umso verwunderlicher, wenn man bedenkt, dass die Deutschen ein Volk des Alters sind.

 

Warum lassen dann aber die Deutschen es zu, dass das Alter und der demographische Wandel in Wahlkämpfen und gesellschaftlichen Analysen kein Thema sind?  Wo bleiben jene Fragen, die das Alter um seiner selbst und um seiner Achtung willen stellen sollte?“  Ist den Alten nicht klar, dass Fragen, die nicht gestellt werden, logischerweise ohne Antwort bleiben?  

 

Ist es denn wirklich der Jugendlichkeitswahn und die wahnhafte Hoffnung auf Anti-aging-Programmen, die den Alten die Lippen verschließen?  

 

Solange die Alten an den Illusionen und Erwartungen der Jugend festhalten und das, was sie wollen nur in diesem Kontext sehen, verstricken sie sich in ein immer verzweifelteres Spiel, das sie nur verlieren können. Das Streben nach Jugendlichkeit macht blind für die Möglichkeiten des Alters. Die Verdrängung des Alters blockiert jede Weiterentwicklung und verhindert, dass sich Lebensmöglichkeiten eröffnen, die den Alten, wenn sie realistisch Stellung bezögen, zur Verfügung stünden. Solange sie in derJugendfalle stecken, können sie die Potenziale des Alters gar nicht wahrnehmen. Die eigene Haltung verhindert die Entwicklung von fruchtbaren Lösungen.  

 

Es ist längst wissenschaftlich belegt,  dass die Entwicklung der Intelligenz, die Fortbildung des individuellen Selbst, die Entfaltung von Kompetenzen und Generativität bis ins hohe Alter, bis ins hundertste Lebensjahr und darüber hinaus möglich ist. Sicher ist aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit, die letzten Lebensjahre in einer Alten- oder Pflegeeinrichtung zu verbringen, mit zunehmendem Alter bis auf nahezu hundert Prozent in die Höhe schnellt.


Aber das ist in Deutschland kein Thema – und die Altern schweigen.  

 

Sie lassen es zu, dass ihre Kompetenzen und Potentiale ungenutzt bleiben. Sie lassen es zu, dass so ein gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Schaden entsteht, der unermesslich und unersetzlich ist.

 

So bleibt die Macht in den Händen der Uneinsichtigen und Unbelehrbaren. Zu erinnern bleibt der über Jahrtausende anhaltende Stillstand der Geschichte aus dem anhaltenden Willen zur Macht.  „Der tragische Stil der Geschichte“, so Hans Ebeling, „ist nicht allein dadurch bestimmt, dass Verwirrungen selbstinszeniert werden. Tragisch ist, dass eigentlich nichts geschieht als die Aufsteigerung und Abgleichung blanker Selbsterhaltungsquanten. Handelte es sich nicht um die Geschichte von Menschen, wäre es möglich, das Komödiantentum in der Tragödie mehr zu schätzen“.

 

Unverzeihlich ist das Schweigen der Alten besonders dort, wo es um die Lebensqualität ihrer Ältesten, der über 80jährigen, geht. Unverzeihlich ist es und verachtungswürdig, dass die Alten nicht geschlossen gegen das heutige Anstalts- und Heimsystem aufstehen und kämpfen.

 

Das heutige Anstalts- und Heimsystem entstand als Problemlösung des 19. Jahrhunderts für den Ausgleich zwischen Stärkeren und Schwächeren. Unter den Bedingungen der beginnenden Industrialisierung und Marktwirtschaft war es segensreich und oft lebensrettend. Viele Gründe zwingen jedoch im 21.Jahrhundert das Heimsystem auf den Prüfstand, um zu klären, ob und in welchemUmfang es heute noch den Belangen der Alten, Pflegebedürftigen, geistig Behinderten, psychisch Kranken und der (behinderten) Kinder und Jugendlichen angemessen sein kann - und  überhaupt muss.

 

In all diesen Bereichen der Hilfebedürftigkeit sind längst ambulante kommunale Alternativen, die eine Integration der Betroffenen ermöglichen, bekannt. Sie werden bisher aber nur unzureichend angeboten. Insofern sind wir in den Umbau des Heimsystems bereits eingestiegen, es ist aber an der Zeit, ihn systematisch zu erfassen und behutsam zu steuern, damit nicht gerade die Verletzlichsten in der Gesellschaft seine Opfer werden. Der Umbau ist insbesondere gesetzgeberisch sowie sozialpolitisch zu begleiten, wie dies z.B. in einigen skandinavischen Staaten bereits geschieht.

 

Die Solidarität mit den Hilfebedürftigen wird in Zukunft stärker als bisher zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe werden, da dem - vor allem demographisch bedingten - Anstieg der Zahl der Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf eine Abnahme der verfügbaren Geldmittel und eine Abnahme der Tragfähigkeit familiärer Netzwerke gegenüberstehen. Hinzu kommt, dass immer weniger alte wie behinderte Hilfebedürftige bereit sind, in ein Heim zu gehen, weil sie dies für unvereinbar mit ihren Persönlichkeitsrechten halten. Dies wirft auchverfassungsrechtliche Fragen auf ("besonderes Gewaltverhältnis"): vorallem die Frage nach der Verantwortbarkeit des Lebens in Heimen für heutige Menschen. Schließlich können wir auch nicht mehr die Augen davor verschließen, dass es Heimen zunehmend schwer fällt, auch nur die Mindeststandards der Versorgung einzuhalten oder entlassbare Heimbewohner auch tatsächlich zu entlassen.  

 

Die Institution "Heim" ist als Versorgungstyp eine Innovation vor allem des 19. Jahrhunderts, als die Bürge unter den Gegebenheiten der beginnenden Moderne ihre "Sorge für Andere" zunehmend auf die abstrakteren Geldleistungen umstellten. Das "Heim"  kann jedoch den Ansprüchen der Individualisierung und der expandierenden Persönlichkeitsrechte der post- oder spätmodernen Menschen des 21. Jahrhunderts nicht mehr gerecht werden. Daraus ergibt sich eine Doppelaufgabe: Zum einen müssen schon jetzt real existierende Missstände pragmatisch angegangen werden. Ebenso gilt es, ambulante kommunale Hilfestrukturen weiter zu entwickeln und auf eine breite Basis zu stellen, um den notwendigen Halt in die Lebenswelt der Menschen zu holen. Der Gesellschaftsvertrag zwischen Menschen mit mehr und Menschen mit weniger Sorgebedarf ist auf eine neue, zeitgemäße Basis zu stellen.

 

Haben wir also aus all diesen Gründen das Hilfesystem für den Ausgleich zwischen Schwächeren und Stärkeren im Sinne der "community care"  dahin zu entwickeln, dass Heime so weit wie möglich reduziert und dafür besser ausgestattet werden und an deren Stelle zunehmend ein ambulantes kommunales Hilfesystem tritt? Oder gibt es bessere Wege? Und haben wir die eher zunehmende Bereitschaft der Bürger zu (selbstbestimmtem) freiwilligem sozialen Engagement als Signal zu verstehen, nicht mit noch mehr Geldmitteln, wohl aber - wie vor dem 19. Jahrhundert - mit mehr Sachmitteln solidarisch für Andere einzustehen, um ihren Anspruch auf soziale Teilhabe zu erfüllen und dies für den richtigen Weg zur Weiterentwicklung einer Bürger- oder Zivilgesellschaft zu halten?

 

Wenn die Alten sich nicht untereinander in zielorientierten Organisationen verbünden, geschieht in der Tat, was geschrieben steht: Jeder stirbt für sichallein.

 

GerdHeming (Vors.) Münster, Januar 2015  

 

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            1. Medien: Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit (G.H. 17.09.2014)

              Was wollte uns Anna Planken von der ARD in der Nacht zum Mittwoch, dem 04. September 2014, zur Einführung der Sendung „Nachtmagazin“ sagen?

              Wir wissen es nicht.

              Sie sprach zwar von Vernunft und von Logik und verwies dabei auf Putin, aber was nun die Logik als Logik ist, das blieb bei ihr rätselhaft - und die Logik Putins ebenfalls. Logik als Logik besagt ohnehin nichts, denn auch der Satz: „Wenn der Maikäfer fliegt, dann fliegt er“ besitzt Logik, sagt aber nichts weiter aus, als eben, dass ein Maikäfer fliegt, wenn er fliegt. Wir kennen sowas vom Kindergarten her: Wenn Fliegen fliegen, fliegen Fliegen.

               

              Nun ist es so, dass Medienleute wohl eine eigene Logik besitzen. Denn sie leben in Sphären, die dem Normalversteher – und selbst dem Putinversteher – nicht zugänglich sind. Vielleicht gehören Medienleute ja zu der Gruppe der "besonders Einsichtigen“. Aber müssen wir nicht, wenn jemand sich als "besonders einsichtig" bezeichnet aufhorchen, hellhörigwerden? Denn selbstverständlich meinen sie damit, sie seien die anerkannten Experten. Welche Arroganz, welche Dummheit, welche Fehleinschätzung. Der ordentliche Professor an der Schweizer ETU, Michael Hampel, sagt dazu: "Die Konsequenz anerkannter Experten in Sachen Vernünftigkeit oder Moral ist, dass Menschen, die in Expertenkulturen aufwachsen, sich angewöhnen, allein auf das Urteil dieser Experten zu vertrauen und deshalb nicht in der Lage sind, sich eigenständig zu koordinieren und zu orientieren. Ein soziales System, das Experten der Vernünftigkeit braucht, ist nicht demokratisch, sondern es ist ein System im Zeichen des platonischen Philosophenkönigs".

               

              Die Frage, die sich daraus ergibt, ist: Verstehen Medienleute eigentlich, was Demokratie bedeutet? Oder sind sie nicht vielmehr in ein gedankliches System geraten, das es ihnen unmöglich macht, sich "eigenständig zu koordinieren und zu orientieren", was ja die Voraussetzung für Demokratie ist? Es scheint so, ihre Berichterstattung zum Sozialabbau 2003/2004 ff, ihre Meldungen zur Finanzkrise 2008 ff  und ihr öffentliches Auftreten in den vergangenen Monaten lässt das vermuten. Demokratische Medien sind unter bestimmten Umständen um keinen Deut qualifizierter und unabhängiger als Medien unter einer Diktatur. Die „demokratischen“ amerikanischen Medien zu Beginn und während des Irakkrieges 2003 und die Unfähigkeit die wahnhaften Lügen des George W. Bush aufzuzeigen, sind ein hinreichender Beleg dafür. Die „besonders Einsichtigen“ sind nicht einsichtig!

               

              Schlimmer noch: Denn eine so verstandene "besondere Einsichtigkeit" führt in Welt- und Lebensblindheit und damit in totale Uneinsichtigkeit. Die "besonders Einsichtigen" werden schließlich zu "absolut Uneinsichtigen".  Kein Wunder dass die Medien die Zeichen der Zeit nicht verstehen. Und auch den Normalversteher verstehen sie nicht, denn der gehört ihrer Meinung nach eben nicht zu den  "besonders Einsichtigen". Welche Arroganz, welche Dummheit, welcher Mangel an Urteilskraft!

               

              Was die Menschen von den Medien zu erwarten haben, machte vor einiger Zeit des Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) deutlich, als es Personen, die älter als 69 waren, von ihren Sendungen ausschloss. Was beweist das? Nun, das beweist, dass wir es bei Nachrichtensprechern und Moderatoren mit einer arroganten und selbstverliebten Sippe zu tun haben, die jenseits von Gut und Böse ohne Verstand umher geistern und mit Lebensblindheit geschlagen sind.

               

              Sie leben in großartig ausgestatteten Studios, und sie existieren im Zeichen von Schminke und gefärbten Haaren. Und sie schminken die Schminke nicht ab. Niemals. Sie blenden uind sind verblendet. Sie moderieren Sendungen länger als dem Zuschauer lieb sein kann. Die Schminke ist ein Symbol dafür, was die Nachrichtensprecher und –sprecherinnen wirklich sind: Sie ist ein Symbol für das, was sie wirklich geworden sind, Oberfläche, bloße Oberfläche. Und dies ist wiederum ein Symbol für die Qualität unserer elektronischen Nachrichtendienste. Wir besitzen ein magisches Werkzeug, genannt Fernsehen. Ein Werkzeug aus Licht und Ton. Ein Instrument, dass uns helfen könnte die am Besten informierte Gesellschaft zu sein. Freie und aufgeklärte Bürgerinnen und Bürger. Stattdessen bringen sie Sendungen wie Nachrichten in Schlagzeilen. Sie bringen nette Moderatoren und Moderatorinnen und hohles Geplauder. Sie servieren uns Kriege und Katastrophen wie die Zwischengänge einer Mahlzeit. Sie schnüffeln, sie tratschen, sie verführen. Nachrichten in Schlagzeilen sind keine nationale Schande, sie sind ein nationales Elend geworden. Es fehlt ihnen an Zivilcourage. Sie lächeln uns zu, aber sie können die eigene Verblödung hinter dem Lächeln nicht verbergen. Ein guter Reporter bringt die Fakten, ein großer Reporter versteht ihre Bedeutung. Sie, die bestens verdienen, saturiert  in ihren Sesseln sitzend, sind natürlich nicht die Nachrichten in Schlagzeilen. Man sollte ihre flachen Plaudereien und albernen Sprüche und freundlichen Mienen vergessen und verachten. Nachrichten sind unerwartet. Sie sind hart und wirklich. Und sie sind verdammt kompliziert.  

               

              Gute Reporter verstehen, wovon sie sprechen, qualifizierte Reporter verstehen die Bedeutung. Die Moderatoren und Nachrichtensprecherinnen verstehen nichts. Sie verdienen uns nicht!  Und wir, die Zuschauer, verdienen besseres. G.H. 17.09.2014




            2. Die Medien und die Alten     
                

Was die älteren Menschen von bestimmten Medien zu erwarten haben, machte kürzlich das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) deutlich, als es Menschen über 69 von einer seiner fragwürdigen Sendungen ausschloss. Dass solches Tun offene Diskriminierung gegenüber den Alten ist und somit möglicherweise einen strafrechtlich relevanten Tatbestand erfüllt, sei hier nur am Rande erwähnt.

 

Dass die Medien von Geistlosigkeit, von irregeleiteten Geistern und von Kleingeistern beherrscht werden, ist nicht wirklich neu. Denn Medienleute leben, denken und handeln in Sphären, in denen Wirklichkeit, so, wie sie an und für sich ist, nicht stattfindet, nicht stattfinden kann. Sie sind ohnehin die Bauchredner des Seins, Papageien, Nachplapperer, die nie etwas Eigenes zustande gebracht haben. Sie liefern nichts Neues, sondern allenfalls Abgestandenes – und nicht selten sind gerade sie es, die die falschen wissenschaftlichen Theorien, wie sie derzeit in den Finanz- und Wirtschaftswissenschaften, in der Medizin oder in den Gesundheits- und Pflegewissenschaften in Umlauf sind, bedenkenlos, ahnungslos und kenntnislos verbreiten. Sie laufen den falschen Propheten hinterher, den Ackermanns, den Sinns, den Steinbrücks, den von der Leyens und merken nicht, wie sehr sie denen immer wieder aufsitzen. Wie es um die Zerklüftung der Gesellschaft bestellt ist, nehmen sie nicht einmal wahr  Sie bringen die Gesellschaft nicht voran, sondern behindern ihre Weiterentwicklung. Sie liefern nicht Information, sondern Desinformation. Inzwischen hat die Gesellschaft einen Verblödungsgrad erreicht, den etwa die Religionen niemals bewerkstelligen konnten. „Die Kinder des Glaubens wie die Kinder der Wissenschaften bedeuten kein Ende der Torheit, sondern nur dessen beliebige Fortsetzung“, sagt der Paderborner Philosoph Hans Ebeling.

 

Das erkennt man unter anderem auch daran, dass, wenn in den Medien vom Alter die Rede ist, fast ausschließlich von Verlusten geschwafelt wird. Dass alte Menschen über hervorragende Eigenschaften verfügen, über großartige Kompetenzen, über ein großes Wissen über die Gegebenheiten des Lebens und nicht selten über Weisheit, ist in den Medien kein Thema. Stattdessen werden sogenannte Prominente vorgeführt, um an ihnen gewisse demenziellen Erscheinungen des Älterwerdens deutlich zu machen, die bei genauerer Betrachtungen jedoch weniger auf Demenz als auf ein Korsakow’sches Syndrom hinweisen.

 

Die Alten der Generation 60plus beobachten diese Entwicklungen mit Sorge. Trotz der Anzahl der Jahre, die sie gelebt haben, hören sie nicht auf zu lernen, sich zu bilden und mitten in der Gesellschaft zu leben und zu wirken. Die Alten sind nicht alt. Wohl könnten sie gelassen sein und damit leben, dass die Bilder des Alters in den Medien aussehen, wie sie aussehen. Denn wie auch immer: Es sind falsche Bilder. Sie sind zielgerichtet negativ. Denn wo das Alter negativ dargestellt wird, da frohlockt das Herz des Journalisten, da lassen sich übrigens auch die Kosten drücken und die Gewinne steigern. So bleiben die Bilder, die die Medien derzeit vom Altern und von den Alten zeichnen, einseitig und unhaltbar negativ. Trotzdem werden sie nahezu ohne Kritik von Jung und Alt übernommen. Wen wundert’s, wenn die Alten nicht fröhlich sind. Es ist damit wie mit der „self-fullfilling- prophecy“: die Alten glauben zu verblöden, und weil sie es glauben, verblöden sie wirklich, obwohl sie nicht wirklich verblödet sind. Es fehlt ihnen das gesunde Selbstbewusstsein, es fehlt ihnen das, was sie gegen die von den Medien abgesonderten Zuschreibungen immunisiert. Es fehlt ihnen Zivilcourage. Denn es ist nicht wahr, dass man im Alter als erstes die Haare verliert – im Alter verliert man hierzulande als erstes das gesunde Selbstwertgefühl.

 

De-menz heißt „ohne Geist“, heißt „geistlos“.

 

Auf Geistlosigkeit aber treffen wir in allen Bevölkerungsschichten. Wir stoßen darauf in den meinungsführenden Gruppen der Gesellschaft, in den Chefetagen der Medien, innerhalb der Vorstände der großen gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Institutionen, innerhalb der Vorstände der Wirtschafts- und Industrieverbände, innerhalb der Vorstände der großen Banken und Versicherer, im Bundestag und nicht zuletzt  innerhalb nahe zu aller Disziplinen der Wissenschaften, allen voran die Rechts- und Staatswissenschaften, die Naturwissenschaften, die Lebenswissenschaften, der Gesundheits- und Pflegewissenschaften und – leider - auch in der Philosophie.

 

Zwar sind die Alten  - etwa beim Hundertmeterlauf oder beim Kampf um olympisches Gold -  „zu nichts zu gebrauchen“, aber das wollen sie auch gar nicht. Da spenden sie gerne jenen jungen Männern und Frauen Beifall, die dafür geeigneter sind. Die Interessen der Alten sind nicht auf körperliche Schnelligkeit oder Kraft gerichtet, denn da sind die Hasen schneller und die Elefanten stärker, als Menschen es jemals sein werden.

 

Die Aufgaben der Alten sind nicht das Rudern und andere schweißtreibende körperliche Verrichtungen, die Aufgaben der Alten liegen darin, die Richtung anzuzeigen, die eine qualitativ hochwertige Gesellschaft einschlagen sollte.

 

Dass sie dazu fähig sind, ergibt sich aus ihrem Leben selbst. Denn neben einer hohen sozialen Kompetenz besitzen die Alten in aller Regel  reiches Faktenwissen in den grundlegenden Fragen des Lebens, reiches Strategiewissen, Wissen um Kontexte des Lebens und des gesellschaftlichen Wandels, Wissen um die Relativitätvon  Werten und Lebenszielen und nicht zuletzt Wissen um die Ungewißheitdes Lebens.

 

Leben ist Leben inmitten von Leben, das leben will – leben endet frühestens mit dem letzten Atemzuge.

 

Und nur der Geist erkennt des Geistes Wert.

 

Geistlose werden folglich den Wert des Geistes nicht erkennen. Deshalb bleiben soviele ältere Menschen unbemerkt.  

 

Trotz des geistlosen Umfeldes müssen die Alten, wenn sie hierzulande beispielsweise utilitaristischen Überlegungen angelsächsischer Art die Argumentation nehmen und gesellschaftliche Bedeutung in dem Sinne gewinnen wollen, dass sie jenseits der Reproduktion auf andere Art etwas zur Erhaltung der Spezies beitragen wollen, diesem Zeitgeist trotzen. Denn ihre Bedeutung geht über ihre persönliche Zukunft hinaus.

Sie müssen erkennen, dass der Zeitgeist und die Ziele der privaten Wirtschaft und der privaten Versicherungen darauf gerichtet sind, die sozialen und Solidarität stiftenden Errungenschaften des späten 19. Jahrhunderts und insbesondere der 50er, 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts zu zerstören. Die Alten werden ihre Energien nicht für Trivialitäten verplempern. „Wenn die Alten ihre Energie im Alter verbrauchen oder mit Trivialitäten und Spielereien verplempern“, sagt die berühmte amerikanische Altersforscherin Betty Friedan,„wenn sie nur die Zeit totschlagen und das Alter und den Tod verleugnen, verschleudern sie ihre auf die Zukunft gerichtete Weisheit und Generativität. Ihr Leben muss mehr sein als nur jene bedeutsamen Erinnerungen, die sie vielleicht für ihre Enkel aufschreiben. Die Alten  können die Zukunft nicht voraussehen. Doch wenn sie an den Problemen arbeiten, vor denen unsere Gesellschaft steht, und dabei ihre im Lauf des Lebens erworbene Weisheit und Generativität einsetzen, einschließlich des Wissens um die Entstehung des Sozialstaats, dann  hinterlassen sie ihren  Enkeln ein Vermächtnis, das darin besteht, dass sie bei der Gestaltung der Zukunft helfen und die Generativität des menschlichen Gemeinwesens entfalten und bewahren.“

Die Alten müssen ihr eigenes Leben leben, generativ und als Teil der Gemeinschaft.

Bund der Pflegeversicherten e.V.

Gerd Heming (Vors.)

Münster, März 2012

 

 


 

 

     

Der Bund derPflegeversicherten e.V. (BdPV e.V.) finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen. Die Beiträge werden jährlich per Lastschrift abgebucht.

 

1. Der BdPV e.V. ist ein Schutzverein für Pflegeversicherte. Insbesondere ist er ein Schutzverein für Bürgerinnen und Bürger, die die Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen sowie für deren Angehörige und für Pflegekräfte

 

2, Die Mitglieder des BdPV e.V. erhalten Beratung und Unterstützung in allen mit der Pflegesituation verbunden Fragen. Es stehen ihnen Berater zur Seite, die sich inanerkannten und qualifizierten Studien mit den Bereichen der Pflege und des Alters vertraut gemacht haben und in fortlaufenden Studien ihre Qualifikation schulen.

 

3. Die Mitglieder des BdPV e.V. werden in ihrer Selbstbestimmung und Eigenverantwortung unterstützt und gefördert. Als Mitglied des BdPV e.V. begegnet man anderen Mitgliedern, die zum großen Teil eigene Erfahrungen in der Pflege ein großes Maß an Kenntnissen und Erfahrungen gewonnen haben. Der persönliche Austausch hilt allen Betroffenen die Pflege bewusst zu verarbeiten und ihre Arbeit leichter zu meistern.

 

4. Der BdPV e.V. betreibt intensive Aufklärung seiner Mitglieder. Sie werden per e-Mail monatlich überwichtige Geschehnisse informiert und haben jederzeit Zugriff auf die Internetseiten des BdPV e.V. unter www.bund-der-pflegeversicherten.de

 

5. Der BdPV e.V. lehnt den Begriff der „Pflegebedürftigkeit“ ab, zum Ersten, weil er nichts sagend ist und niemand „nur“ pflegebedürftig ist, zum Zweiten, weil alle Menschen tagtäglich der Pflege bedürfen, vom Aufstehen am Morgen bis zum zu Bett gehen am Abend.

 

6. Alle Bereiche, die in der Pflegeversicherung aufgeführt und „Aktivitäten des täglichen Lebens“ genannt werden, sind jedem Bürger und jeder Bürgerin bekannt. Von der Körperwäsche morgens bis zum Zähneputzen abends. Insofern geschieht in der Pflege nichts, was nicht allgemeines Wissen ist.

 

7. Vom Gesetzgeber fordert der BdPV e.V.  deshalb Transparenz. Heimliche Vereinbarungen in den Manageretagen der Pflegeheimbetreiber und der Krankenkassen sind zu beenden.

 

8. Vom Gesetzgeber fordert der BdPV e.V. deshalb die ethische Unterstützung für alle, die mit gutem Willen in der Pflege tätig sind.

 

Gezeichnet:

Bund der Pflegeversicherten e.V.

Gerd Heming (Vors.) im Juli 2011