NRW Gesundheitsministerium

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pfusch in der Pflege 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mut zum  Widerstand 

Philosophie - Gedanken zur Zeit  

Inhalt dieser Seite

  • - Klugheit (01.01.2018)
  • - Nicht schuldig! (G.H. 31.12.16)
  • - Die Zerstörung des Gemeinwohls
  • - Aufklärung, Was ist Aufklärung? / Kant
  • - Maxime für das Leben (Kant)

 

Wir wünschen allen unseren Mitgliedern, Freunden und Lesern ein glückliches, gelingendes und gesundes Jahr 2018

!!!

 

Klugheit (o1.01.2018)

Klugheit: „Die Kunst zu leben muss man das ganze Leben hindurch lernen, und was Dich vielleicht noch wunderbarer dünkt: sein Leben lang muss man sterben lernen. Wer zu sterben gelernt hat, der hat verlernt, Sklave zu sein.“ Es ist Seneca, der diese weisen Erkenntnisse vor mehr als zweitausend Jahren verkündete – sie sind noch heute so aktuell wie damals. Ferner sprach Seneca von „lebenslangem Lernen“. Das ist ebenfalls eine zweitausend Jahre alte Erkenntnis, die  von den neuesten hirnphysiologischen Untersuchungen bestätigt wird. Denn wenn die Hirnforscher von der Plastizität des Gehirns sprechen und von der Möglichkeit des Lernens bis ins hohe Alter reden, dann ist genau das gemeint! - wodurch die inhaltsleeren und überaus schädlichen Diagnosen über Alzheimer und Demenz eindeutig widerlegt werden. Denn die Plastizität meint nichts anderes, als dass das Gehirn trotz äußerer Beschädigungen und trotz Ablagerungen die Fähigkeit besitzt, derartige Behinderungen auszugleichen und unwirksam zu machen. 


Schädlich sind in diesem Falle – aber nicht nur hier - ganz besonders die Berichte in den gängigen Medien.


Dass die Medien von Geistlosigkeit, von irregeleiteten Geistern und von Kleingeistern beherrscht werden, ist nicht wirklich neu. Das erkennt man unter anderem auch daran, dass, wenn in den Medien vom Alter die Rede ist, fast ausschließlich von Verlusten geschwafelt wird. Dass alte Menschen über hervorragende Eigenschaften verfügen, über großartige Kompetenzen, über ein großes Wissen über die Gegebenheiten des Lebens und nicht selten über Weisheit, ist in den Medien kein Thema. Stattdessen werden sogenannte Prominente vorgeführt, um an ihnen gewisse demenzielle Erscheinungen des Älterwerdens deutlich zu machen, die bei genauerer Betrachtungen jedoch weniger auf Demenz als auf das Korsakow’sches Syndrom hinweisen.


Die Alten der Generation 60plus beobachten diese Entwicklungen mit Sorge. Trotz der Anzahl der Jahre, die sie gelebt haben, hören sie nicht auf zu lernen, sich zu bilden und mitten in der Gesellschaft zu leben und zu wirken. Die Alten sind nicht alt per se. Wohl könnten sie gelassen sein und damit leben, dass die Bilder des Alters in den Medien aussehen, wie sie aussehen. Denn wie auch immer: Es sind falsche Bilder. Sie sind zielgerichtet negativ. Es ist eben diese Art von billigen Medienprodukten. Denn wo das Alter negativ dargestellt wird, da frohlockt das Herz des Journalisten, da lassen sich übrigens auch die Kosten drücken und die Gewinne steigern. So bleiben die Bilder, die die Medien derzeit vom Altern und von den Alten zeichnen, einseitig und unhaltbar negativ. Trotzdem werden sie nahezu ohne Kritik von Jung und Alt übernommen. Wen wundert’s, wenn die Alten nicht fröhlich sind. Es ist damit wie mit der „self-fullfilling- prophecy“: ein besonders anfälliger Teil der Alten glaubt zu verblöden, und weil er es glaubt, verblödet er wirklich, obwohl er nicht wirklich verblödet ist. Es fehlt diesen Alten das gesunde Selbstbewusstsein, es fehlt ihnen das, was sie gegen die von den Medien abgesonderten Zuschreibungen immunisiert. Es fehlt ihnen Zivilcourage. Denn es ist nicht wahr, dass man im Alter als erstes die Haare verliert – im Alter verliert man hierzulande als erstes das gesunde Selbstwertgefühl.

 

Wenn das „Streben nach Glück“ in jungen Jahren auf das nahezu uneingeschränkte Streben nach materiellem Wohlstand und Macht reduziert ist, sollte das Alter die Zeit sein,  höhere Werte zu verfolgen. Denn alles hat seine Zeit.


Nicht ohne Grund ist besonders an jenen Stellen von Reduziertheit des Lebens die Rede, an denen das Streben nach materiellem Wohlstand und nach Macht ins Spiel kommt. Denn Menschen, deren Lebensziel in solchem Streben besteht, leben in der Tat ein reduziertes Leben. Beispiele hierfür lassen sich viele finden, wir brauchen unser Augenmerk nur auf Politiker zu richten, etwa auf die ehemaligen USA-Präsidenten Ronald Reagan, Bush sen. und jun., Clinton und Trump. Margaret Thatcher und Toni Blair aus Großbritannien stehen diesen in Nichts nach und in Deutschland springen einen Namen wie Gerhard Schröder, Joschka Fischer oder Angela Merkel mit teuflischen Grinsen an. In geschwisterlicher Umarmung mit den Reichen und Superreichen arbeiten sie emsig an der Zerstörung der Menschheit. Denn wenn wir uns deren Wirken in Erinnerung rufen, dann sehen wir „Personen“, „Masken“, denen das Lebendige des Lebens, der echte Reichtum des Lebens entgangen ist, dann sehen wir Marionetten, die nicht verstehen, dass das Leben ein Leben inmitten von Leben ist, das leben will, wir sehen folglich Typen, denen das echte Menschsein entgangen ist, die dieses echte Menschsein nie erreicht haben und nie erreichen werden. Um es mit der „Heiligen Schrift“ zu sagen: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher ins Himmelreich. Und so fürchten Machtpolitiker und Reiche nichts mehr, als lebendiges Leben, denn von Lebendigkeit  verstehen sie zum Ersten  nichts, zum Zweiten fürchten sie es, weil sie die echte Lebendigkeit weder kontrollieren noch beherrschen können. Darin liegt übrigens die Ursache, warum, nachdem sie grauenvolles Leid und das absolut Böse über die Menschheit gebracht haben und bringen, sie letztlich mit Schimpf und Schande aus den Analen der Menschheit verschwinden.


Damit wir, wie oben besprochen, das Lernen nicht verlernen, soll Aristoteles ins Spiel gebraucht werden. „Jede Kunst und jede Lehre, ebenso jede Handlung und jeder Entschluss scheint irgendein Gut zu erstreben“, sagt er. „Darum hat man mit Recht das Gute (agathón) als dasjenige bezeichnet, wonach alles strebt. Es zeigt sich aber ein Unterschied in den Zielen: denn die einen (Ziele) sind Tätigkeiten, die anderen (Ziele) sind bestimmte Werke außer ihnen (den Tätigkeiten). Wo es Ziele außerhalb der Handlungen gibt, da sind ihrer Natur nach die Werte besser als die Tätigkeiten. Da es nun viele Handlungen, Künste und Wissenschaften gibt, ergeben sich auch viele Ziele: Ziel der Medizin ist die Gesundheit, der Schaffsbaukunst das Schiff (...). In allen diesen Fällen sind die Ziele der leitenden Künste insgesamt vorzüglicher als die der untergeordneten.“ (E.N. 1094a 1-14)


„Aristoteles stellt also fest, dass es im Streben nach einem Gut Unterschiede gibt: das Ziel oder der Zweck (telos) kann ein Werk sein: so zum Beispiel Schuhe, die ein Schuster macht – Seine Tätigkeit liegt außerhalb der fertigen Schuhe, sie ist in ihnen verschwunden und erloschen: die Schusterei gehört zur Kunst oder Kunstfertigkeit. (...) Die Tätigkeit kann aber auch selbst das Ziel sein, wie das beispielweise beim „Leben“ der Fall ist, das Aristoteles als Selbsttätigkeit, Selbstbewegung bestimmt. Es lässt sich festhalten, dass sich Aristoteles alle Tätigkeit als auf ein Ziel gerichtet vorstellt und dass er immer vom Resultat, vom (erreichten) Ziel her denkt; daher kann er behaupten, dass das Werk besser sei als die Tätigkeit.


Diese Ziele oder Zwecke (der Handlungen, der Künste und der Wissenschaften) stehen nicht beziehungslos nebeneinander; vielmehr sind sie hierarchisch geordnet: der untergeordnete Zweck wird zum Mittel für einen höheren Zweck (wie die Sattlerei für die Reitkunst), ein höheres Gut ist einem geringeren übergeordnet. In dieser Hierarchie der Güter muss es ein höchstes Gut geben, weil wir sonst eine unendliche Reihe von Zwecken erhielten, die immer nur Mittel für einen noch höheren Zweck wären. Damit würden wir nach jedem Gut wegen eines anderen streben, „und das Streben wäre leer und sinnlos“ (E.N. 1094a 21).


Dieses höchste Gut muss also eines sein, das in sich selbst Zweck und Ziel ist, ein Gut, das um seiner selbst willen gesucht wird und dem alle anderen Güter untergeordnet sind. Welches ist nun dieses oberste Gut?

 

„Im Namen stimmen wohl die meisten überein. Glück (eudaimonia) nennen es die Masse der Leute ebenso wie die Gebildeten, und sie setzen das Gut-Leben und das Gut-Handeln gleich mit dem Glück. Was aber das Glück ist, darüber streiten sie“ (E.N. 1095a 17-20).


Es ist allgemein akzeptiert, dass das Glück das höchste Gut für den Menschen bedeutet. Hier zeigt es sich, wie sehr Aristoteles sich auf die allgemein übereinstimmenden Ansichten seiner Zeitgenossen beruft. Der genaue Inhalt des Glücks aber ist umstritten, und es wird zur Hauptaufgabe der Ethik, genau zu bestimmen worin diese Einheit von Gut-Leben und Gut-Handeln besteht“


Um diese Bestimmung nachvollziehbar zu machen, bietet sich Aristoteles als einen Anknüpfungspunkt das alltägliche Leben der Menschen an. Denn: „Nicht ohne Grund scheint man das Gute und das Glück an der Lebensform abzulesen. Die Mehrzahl der Leute und die rohesten wählen die Lust (hedoné). Darum schätzen sie auch das Leben des Genusses. Es gibt nämlich vor allem drei hervorstechende Lebensformen, die eben genannte, die politische und die betrachtende Lebensform“.


In der ersten Lebensform, der des Genusses, ist die Bestimmung des Glücks nicht zu finden. Wer nur dem Genuss frönt, lebt „sklavenartig“ und „das Leben des Viehs“ – ein tierisches, kein eigentlich menschliches Leben, weil er das nicht einsetzt, was den Menschen vom Tier unterscheidet: Vernunft und Sprache.


Als zweite Lebensform nennt Aristoteles die politische – und in diesem politischen Leben können die Menschen ihr Glück finden. Dies wird nur verständlich wenn man eine grundlegende Annahme des Aristoteles über das menschliche Wesen berücksichtigt: er sagt, der Mensch sei das von Natur auf das Leben in der Polis (der geordneten politischen Gemeinschaft) hin angelegte Lebewesen. Das höchste Gut für den Menschen lasse sich nur im  gemeinschaftlichen politischen Leben und Handeln verwirklichen; niemals lasse es sich individuell erreichen. Daher wird die politische Wissenschaft die wichtigste und leitendste bei der Frage nach dem höchsten Gut:


„Denn sie bestimmt, welche Wissenschaften in den Staaten vorhanden sein müssen, welche ein jeder lernen muss und bis zu welchem Grade man sie lernen muss (...). So dürfte wohl ihr Ziel die Ziele aller anderen mit umfassen; dann wäre also dieses das Gute für den Menschen. Mag nämlich auch das Gute dasselbe sein für den Einzelnen und den Staat, so scheint es doch größer und vollkommener zu sein, das Gute für den Staat zu ergreifen und zu bewahren“.


Nun ist es in modernen Demokratien nicht mehr allein die Politik, die bestimmt, welche Wissenschaften im Staat vorhanden sein müssen, sondern es sind viele Gruppen, vor allem Interessenverbände und deren Lobbyisten, die sich hier immer Tiefgreifender einmischen und versuchen dem Staat und seinen Bürgern den Weg in die „wissenschaftliche“ Zukunft zu zeigen. Wohin es jedoch führt, wenn  Lobbyisten mächtiger gesellschaftlicher Verbände die Politik beherrschen, das zeigt sich beispielsweise in der Freigabe von Glyphosat durch die EU. Hierin zeigt sich, dass den Entscheidern in der EU die Interessen gewisser Industrien wichtiger sind, als die Gesundheit der EU-Bürger und die Lebendigkeit allen Lebens. Es ist ein düsteres, ein erschreckendes Beispiel. Ob die „machtvolle“ Einmischung der Lobbyisten daher wirklich der Klugheit entspringt oder – in vielen Fällen kurzfristigen - wirtschaftlichen Interessen, müsste eigens untersucht werden. Klugheit, sagt Aristoteles, „Klugheit (phronesis) bezieht sich auch auf einen Bereich des Veränderbaren, auf das menschliche Handeln, die Praxis. Die Klugheit nennt Aristoteles „ein mit richtiger Vernunft verbundenes handelndes Verhalten im Bezug auf das, was für den Menschen gut oder schlecht ist“ (E.N. 1140b 4ff.). Sie ist also vorzugsweise die Tugend, die das menschliche Handeln und die Welt des Menschen, und damit die praktische Philosophie, betrifft. In ihren Funktionen findet sich denn auch die Dreiteilung der praktischen Philosophie wieder:


„Die Klugheit scheint sich vorzugsweise auf den Einzelnen und auf die eigene Person zu beziehen. Sie hat denn auch den gemeinsamen Namen der Klugheit“. (Dies ist ihre ethische Funktion) – „Von ihren sonstigen Arten ist die eine die Hausverwaltung (das entspricht der Ökonomie), die andere die Gesetzgebung, dann die Staatsverwaltung, und von dieser ist ein Teil die beratende Staatskunst, der andere die richterliche (der ganze Bereich der Politik)“ (E.N. 1141b 30ff.).


Klugheit darf aber nicht mit Weisheit verwechselt werden.


Dass das Leben im Alter ein großartiges und gelingendes Abenteuer sein kann, davon haben wir wiederholt berichtet. Und selbstverständlich werden wir nicht aufhören, darüber zu berichten. Denn das Leben im Alter hat viele Gesichter; es kann farbenfroh sein wie die Farben des Herbstes.


Daher ist es, gelinde gesagt, eine eigenartige Denkweise, wenn gerade die Alten meinen, Altern sei eine Krankheit, die zu behandeln möglich sei. Altern ist keine Krankheit. Altern ist nicht behandelbar. Alter ist ein hoher Wert. Vom Tage unserer Geburt an altern wir, vom Tage unserer Geburt an sterben wir.


Da helfen auch nicht der so oft beschworene Jugendlichkeitswahn oder Anti-aging-Programme. Sie sind Irrwege, geistige Verirrungen - eben wahnhaft. Wer sich ihnen verschreibt, wer sich ihnen ausliefert, wer ihnen wie in  einem religiösen Fieber verfällt, gibt seiner Vernunft den finalen Schuss. Er tötet das, was den Menschen zum Menschen macht.

Der größte Druck lastet zweifellos auf Frauen. Besonders, wenn sie in der Jugend schön und mit attraktiver äußerer Erscheinung beschenkt waren. Jetzt wird ihnen die vergangene Schönheit zum Verhängnis, denn sie haben nicht erkannt, dass Schönheit ein äußerst vergänglicher und hinterhältig täuschender „Wert“ gewesen ist. Der Druck erwächst aus der verbreiteten Auffassung, dass Schönheit gleich Jugendlichkeitswahn ist. Viele ältere Frauen, vor allem jene, die die Wellness-Anlagen der Welt bevölkern, glauben das. Wenn ihr Haar grau und ihre Haut faltig wird und ihr Körper seine frühere Straffheit und Elastizität verliert, halten sie sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für unattraktiv. Da helfen ihnen die goldenen Wasserhähne in ihren luxuriösen Bädern nichts.


Warum nur sind ausgerechnet Geist und Macht ein deutsches Problem? Woher kommt diese untertänige Begeisterung vor der angeblichen Macht? Warum kämpfen Menschen schier bis zum letzten Atemzug für ihre Verknechtung, als ginge es um ihr Seelenheil?


Ist es  die  Macht des Wortes, die Menschen tötet? Ist es die Dumpfheit des herrschenden Systems? Ist es die hinterlistige Raffinesse dieses Systems?   Es ist nicht leicht, Menschen zu ihrem Glück zu überreden, aber es ist relativ leicht, sie zu ihrem Unglück zu überreden. Die eigene Dämlichkeit wird zum Kult erhoben.


Die Alten bleiben stumm. „Uneinsichtig, erinnerungslos und ohne Einkehr verläuft und endet das Leben der Meisten“, sagt der Paderborner Philosoph Hans Ebeling, „sie lassen das Alter verstreichen wie das ganze bisherige Leben selbst. Ein Leben ohne Einsicht, Erinnerung und Einkehr ist nicht ‚lebensunwert’, aber belanglos. Die Humanität gebietet, noch das Belanglose zu schützen. Aber besondere Achtung darüber hinaus kann solchem weithin ‚bewusstlosen“ Lebensvollzug nicht zugebilligt werden“. Die aber, so der Philosoph, also jene, die ohne Einsicht, ohne Erinnerung, ohne Einkehr seien, würden den Weltenlauf bestimmen. „Sie missbrauchen noch das *Weltgericht’. Sie ergeben sich dem Trost oder der Trostlosigkeit des Alters. Das Ende der Torheit setzt dagegen voraus, von sich aus aus der Zeitgenossenschaft herauszufallen. Spätestens für das Aller gibt es nur eine ‚Überlebensform’ des Geistes: Unzeitgemäß zu sein“.


Die Alten bleiben immer noch stumm. Wie aber soll ein stummes Alter Achtung gebieten? Das ist umso verwunderlicher, wenn man bedenkt, dass die Deutschen ein Volk des Alters sind.


Warum lassen dann aber die Deutschen es zu, dass das der Umgang mit dem Älterwerden und die Werte des demografischen Wandels kein wesentliches Thema sind?  Wo bleiben jene Fragen, die das Alter um seiner selbst und um seiner Achtung willen stellen sollte?“ Ist den Alten nicht klar, dass Fragen, die nicht gestellt werden, logischerweise ohne Antwort bleiben?


Ist es denn wirklich der Jugendlichkeitswahn und die wahnhafte Hoffnung auf Anti-aging-Programme, die den Alten die Lippen verschließen?


Solange die Alten an den Illusionen und Erwartungen der Jugend festhalten und das, was sie wollen nur in diesem Kontext sehen, verstricken sie sich in ein immer verzweifelteres Spiel, das sie nur verlieren können. Das Streben nach Jugendlichkeit macht blind für die Möglichkeiten des Alters. Die Verdrängung des Alters blockiert jede Weiterentwicklung und verhindert, dass sich Lebensmöglichkeiten eröffnen, die den Alten, wenn sie realistisch Stellung bezögen, zur Verfügung stünden. Solange sie in der Jugendfalle stecken, können sie die Potenziale des Alters gar nicht wahrnehmen. Die eigene Haltung verhindert die Entwicklung von fruchtbaren Lösungen.


Es ist längst wissenschaftlich belegt,  dass die Entwicklung der Intelligenz, die Fortbildung des individuellen Selbst, die Entfaltung von Kompetenzen und Generativität bis ins hohe Alter, bis ins hundertste Lebensjahr und darüber hinaus möglich ist. Sicher ist aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit, die letzten Lebensjahre in einer Alten- oder Pflegeeinrichtung zu verbringen, mit zunehmendem Alter bis auf nahezu hundert Prozent in die Höhe schnellt.


Aber das ist in Deutschland kein Thema – und die Alten schweigen. Sie lassen es zu, dass ihre Kompetenzen und Potentiale ungenutzt bleiben. Sie lassen es zu, dass so ein gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Schaden entsteht, der unermesslich und unersetzlich ist.


So bleibt die Macht in den Händen der Uneinsichtigen und Unbelehrbaren. Zu erinnern bleibt der über Jahrtausende anhaltenden Stillstand der Geschichte aus dem anhaltenden Willen zur Macht. „Der tragische Stil der Geschichte“, so Hans Ebeling, „ist nicht allein dadurch bestimmt, dass Verwirrungen selbstinszeniert werden. Tragisch ist, dass eigentlich nichts geschieht als die Aufsteigerung und Abgleichung blanker Selbsterhaltungsquanten. Handelte es sich nicht um die Geschichte von Menschen, wäre es möglich , das Komödiantentum in der Tragödie mehr zu schätzen“.


Unverzeihlich ist das Schweigen der Alten besonders dort, wo es um die Lebensqualität ihrer Alten, der über 80jährigen, geht. Unverzeihlich ist es und verachtungswürdig, dass die Alten nicht geschlossen gegen das heutige Anstalts- und Heimsystem aufstehen und kämpfen.


Die Alten sollten erkennen, dass ihnen von Medienseite keine Hilfe erwächst. Deshalb sollten sie sich um ihres eigenen Selbstwertes willen einmischen ins gesellschaftliche, mediale und politische Geschehen. Die Aufforderung zur Mitgestaltung ist ein dringlicher Appell. Die Gestaltung eines neuen Weltbildes darf nicht allein jenen überlassen bleiben, die aus kurzfristigen Interessen denken und handeln. Die Kurzdenker unserer Nation sind für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung ein Fluch, sie zerstören die solidarische Gemeinschaft. Die Prinzipien der Nachhaltigkeit, der Sozialverträglichkeit und der Zukunftsverträglichkeit bleiben auf der Strecke. Es könnte eine wesentliche Aufgabe des Alters darin liegen, den Sozialstaat gegen seine Feinde zu schützen. Die Alten sind eine Macht. Sie sind eine Macht, die ihresgleichen sucht. Und es gilt, diese Macht nach außen deutlich zu machen. Denn es gibt viel zu tun. Es gilt, die Zweiklassenmedizin und Zweiklassenpflege rigoros zu bekämpfen. Die klare Einsicht muss zu der Erkenntnis führen: „Ja, wir haben eine Zweiklassenmedizin – und ja, wir müssen das System verändern. Der Fehler ist der, dass die einflussreichsten Menschen in unserem Land, also beispielsweise die Mehrzahl der Politiker, die Professoren, die die Gutachten schreiben, die Mitglieder des gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenhäuser (G-BA), die Richter, die Beamten, die Einkommensstärksten, die Meinungsmacher in unserer Gesellschaft zum größten Teil privat versichert sind. Und selbst wenn sie gesetzlich versichert sind, haben sie noch Privilegien, die die Probleme der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung für sie deutlich  abmildern. Weil dem so ist, muss eine Reform durchgesetzt werden gegen den Widerstand der privaten Krankenversicherung, gegen den Widerstand vieler Ärzte, aber ohne Unterstützung der einflussreichsten Menschen in unserem Land,  weil die in dem solidarischen System nicht mitversichert sind, weil die sich längst aus der solidarischen Gemeinschaft ausgeklinkt haben.


Die Grundsatzfrage an Politiker und Meinungsmacher muss in diesen Tagen daher lauten: „Sind Sie solidarisch in der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung versichert?“ Die Frage muss jetzt gestellt werden. Kein Politiker, der nicht solidarisch gesetzlich - und zwar ohne Beitragsbemessungs- und Pflichtversicherungsgrenze -  in der GRV, GKV oder GPV vollversichert ist, darf auf der öffentliche Bühne als Vertreter des Volkes anerkannt werden.


Sie verdienen nicht uns – wir verdienen etwas Besseres.


Wenn die Alten hierzulande utilitaristischen Überlegungen angelsächsischer Art die Argumentation nehmen und gesellschaftliche Bedeutung in dem Sinne gewinnen wollen, dass sie  jenseits der Reproduktion auf andere Art etwas zur Erhaltung der Spezies beitragen,. dann muss diese Bedeutung über ihre persönliche Zukunft hinausgehen. Sie müssen erkennen, dass der Zeitgeist und die Ziele der privaten Wirtschaft und der privaten Versicherungen darauf gerichtet sind, die sozialen und Solidarität stiftenden Errungenschaften des späten 19. Jahrhunderts und insbesondere der 50er, 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts zu zerstören. Die Alten dürfen ihre Energien nicht für Trivialitäten verplempern. „Wenn die Alten ihre Energie im Alter verbrauchen oder mit Trivialitäten und Spielereien verplempern“, sagt die berühmte amerikanische Altersforscherin Betty Friedan, „wenn sie nur die Zeit totschlagen und das Alter und den Tod verleugnen, verschleudern sie ihre auf die Zukunft gerichtete Weisheit und Generativität. Ihr Leben muss mehr sein als nur jene bedeutsamen Erinnerungen, die sie vielleicht für ihre Enkel aufschreiben. Die Alten  können die Zukunft nicht voraussehen. Doch wenn sie an den Problemen arbeiten, vor denen unsere Gesellschaft steht, und dabei ihre im Lauf des Lebens erworbene Weisheit und Generativität einsetzen, einschließlich des Wissens um die Entstehung des Sozialstaats, dann  hinterlassen sie ihren  Enkeln ein Vermächtnis, das darin besteht, dass sie bei der Gestaltung der Zukunft helfen und die Generativität des menschlichen Gemeinwesens entfalten und bewahren.“


Die Alten müssen ihr eigenes Leben leben, generativ und als Teil der Gemeinschaft.

 

Ihr Männer und Frauen der Generationen 50plus, entfernt aus Eueren Gehirnen den Müll der vergangenen dreißig Jahre, wacht auf, wehrt Euch. Denn ihr habt besseres verdient.

 

Gerd Heming (Vors.), Münster, Neujahr 2018

 

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Herausforderungen

Unter den großen Herausforderungen des menschlichen Daseins ist die größte die Suche nach Antworten auf die Fragen: Was ist der Mensch? Was ist das Leben? Was ist der Tod? oder, um es mit Kant zu sagen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen?


Die Suche nach Antworten auf diese Fragen haben die antike, die mittelalterliche und die neuzeitliche Menschheit immer wieder zu neuen Auseinandersetzungen mit ihrem Dasein angetrieben.


In seiner Suche hat der Mensch unablässig Fragen an die ihn umgebenden Phänomene der Natur, sowie an seine Seele und an seinen Geist gestellt. Für sein Selbstverständnis ist diese unablässige Suche nach Antworten von fundamentaler, existentieller Bedeutung. Denn wenn er zur Klarheit über sich, über seine Stellung in der Welt und über die ihm von dieser zugewiesenen Aufgaben kommen will, muss er befähigt sein, Rechenschaft über seine Haltung zu den großen Fragen abzugeben. Er muss befähigt sein, an den großen Entscheidungen mitzuwirken und er muss die Auswirkungen seiner Entscheidungen mit unabweisbarer Verantwortung tragen können. Dazu bedarf er einer bewussten und einsichtigen Auseinandersetzung mit allem, was ihn umgibt.


Ob jedoch das intensive Befragen all dessen, was den Menschen umgibt, zum gewünschten Ziel führt, soll hier geprüft werden. Es bedarf allein deswegen der Überprüfung, weil er durch sein bedingungsloses Forschen sich selbst und seine gesamte Umwelt an den Rand eines nicht mehr zu kontrollierenden Abgrundes gebracht hat. Es ist zu hoffen, dass ihn die Nähe des Abgrundes zu der unaufschiebbaren Einsicht bringt, dass wesentlicher als Fragen Zuhören ist! Zuhören ist die Kraft, mit der die Wirklichkeit vernehmbar wird, und dies wiederum ist nicht anderes als die Vernunft selbst. Vernehmen aber heißt Schweigen. Und zwar muss, je radikaler der Wille zu hören aufs Ganze geht, desto tiefer und vollkommener das Schweigen sein. Es geht um Vernunft! Es geht um Orientierung!


Ein Freund schrieb uns: „Jeden Tag erreichen mich ohne Ende Meldungen über Missstände. Alle klagen und können es auch immer in fast endlosen Briefen, e-Mails, Flyern u.ä. beschreiben, aber was wurde denn bisher erreicht? Statt ständig vor der Tastatur zu hängen, würde ich all jenen vorschlagen, Dinge konkret anzupacken und das Erreichte dann in wenigen deutlichen Worten mitzuteilen, damit man mit der wertvollen Lebens- und Arbeitszeit der Rezipienten vernünftig umgeht.


Aber noch etwas sollte bei den Mitteilungen im Vordergrund stehen: Informieren ist heutzutage total easy, aber die Kunst besteht doch darin, den Leuten Anleitungen mit an die Hand zu geben, wie/wo man sich einbringen kann, was man besser machen kann und vor allem, was man vielleicht sein lassen sollte.“ Es geht unserem Freund um Orientierung.


„Also“, fährt er fort, „ich würde mich darüber freuen, mal eine Mail zu bekommen, die nicht anklagt, sondern freudig mitteilt und konstruktiv anregt. Ich weiß, dass man auf den Web-Seiten des BdPV viele wertvolle Tipps finden kann, aber darum geht es mir hier nicht. Ich würde lieber von Erfolgen lesen. Erfolgen des BdPV. Was hat der BdPV in den letzten Monaten erreicht? Wo bringen einzelne Mitglieder des BdPV sich im Sinne der Sache ein? Wo setzt man deutliche Impulse?“ Soweit unser Freund.


Selbstverständlich kennen auch wir vom Bund der Pflegeversicherten das Problem. Jeden Tag erreicht uns eine Flut von Mitteilungen über Missstände. Um diese Flut zu bewältigen, legen wir durchdachte Kriterien an, d.h. wir sortieren sorgfältig aus. Dabei stehen  die Sorgen unserer Mitglieder ganz oben auf unserer Kriterien-Liste. Ein weiteres wesentliches Kriterium bezieht sich auf die Bedeutung von Begriffen. Denn Begriffe sind heute das gängige Werkzeug, um andere Menschen herabzuwürdigen, sie zu demütigen, zu diskreditieren und zu diskriminieren.


Erfolge erleben wir in vielen Einzelfällen. Wenn wir als BdPV e.V. etwa im Namen und im Auftrag eines Mitglieds gegen die Beurteilung einer Pflegekasse oder des Medizinischen Dienstes der Pflegeversicherung (MDK) Beschwerde, bzw. gegen einen Bescheid Widerspruch einlegen. Dabei ist zu beachten, dass wir als BdPV unsere Beschwerden und Widersprüche sehr  eingehend begründen, d.h. es handelt sich dabei i.d.R. um gerichtsfeste Begründungen. Denn es kommt hin und  wieder vor, dass wir in Folge der totalen Verweigerung der Institutionen und um die begründeten Rechte unserer Mitglieder durchzusetzen, Gerichte einschalten müssen. In neun von zehn Fällen wird zugunsten unserer Mitglieder entschieden.


Erfolge erleben wir in unserem Kampf gegen Gewalt in der Pflege. Oft helfen erläuternde Gespräche weiter als Drohungen. Gewalt in der Pflege ist ein tabuisiertes Thema. Viele wissen davon, alle schweigen. Nur hier und da kommt aus Deutschlands rechtsmedizinischen Abteilungen ein Warnruf. Dann erfährt man, dass in diesem Land jährlich rund zehntausend ältere Menschen eines „ungeklärten“ Todes gestorben sind.


„Bei der Pflege alter Menschen kommt es nicht nur in Institutionen, sondern auch in Familien erschreckend oft zur Anwendung von Gewalt in verschiedenen Formen“, schreibt  Dr. Willi Rückert,  Max-Bürger-Preis der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie. „Schätzungen zufolge, die auf Studien aus anderen europäischen Ländern und den Vereinigten Staaten beruhen – in Deutschland wurde dieses Thema bisher kaum erforscht – werden etwa fünf Prozent der pflegebedürftigen Menschen, die zu Hause betreut werden, psychisch oder körperlich von  pflegenden Familienangehörigen misshandelt“. Das wären bei uns umgerechnet etwa 80 000 ältere Menschen. Nicht eingerechnet die ungeklärten Gewalttaten gegen die Bewohner und Bewohnerinnen der rund 12.000 Pflegeeinrichtungen. Die Dunkelziffer dürfte diese Zahlen um ein vielfaches übersteigen.


Gewalt erzeugt Gewalt. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, suchen wir stets das Gespräch. Wir wissen aus Erfahrung, dass das Wort mächtiger ist als das Schwert.


Als Erfolg bezeichnen wir es, wenn Pflegekassen oder der MDK gegenüber unseren Mitgliedern die Begriffe "Pflegebedürftige/r" oder "pflegebedürftig" nicht mehr verwenden. Allerdings verwenden sie solche Begriffe erst dann nicht mehr, nachdem wir dagegen Einwand erhoben haben. Unsere Mitglieder werden spätestens dann als gleichwertige Partner betrachtet und behandelt, denn auch im Verhältnis zu den Kranken- oder Pflegekassen bestehen vertragliche Voraussetzungen -  und Verträge können nur zwischen gleichberechtigten Partnern geschlossen werden.


Als Erfolg sehen wir es an, wenn etwa bei den Verhandlungen über das "Pflegestärkungsgesetz"  im Bundestag am vergangenen Donnerstag (01.12.16), nicht einer der Redner die obigen Begriffe benutzte, sondern durchweg von "Menschen mit erhöhtem Pflegebedarf" sprachen - und dies, obwohl in den entsprechenden Gesetzen die oben genannten Begriffe durchgängig zu lesen sind.


Es geht uns darum, in den Köpfen der Menschen etwas zu verändern. Am ehesten gelingt das, wenn wir uns die Bedeutung von Begriffen bewusst machen "Invalide" ist so ein Begriff, den die Menschen aus ihren Köpfen entfernen sollten. Übersetzt bedeutet er „Un-Wert, wertlos, unbrauchbar“. Ich habe als 20ig- oder 30igjähriger in meiner näheren oder weiteren sozialen Umgebung oft gehört, dass Bekannte stolz sagten: "Ich bin Invalide. Ich beziehe Invalidenrente." Ich habe dann gefragt, ob sie wüssten, was der Begriff "invalid" bedeute. Bei denen, die die Bedeutung begriffen hatten, habe ich den Begriff nie wieder gehört. Trotzdem wird er in unserer Gesellschaft immer noch verwandt. Erst kürzlich benutzte eine Journalistin der "Wirtschaftswoche" ihn während eines "Presseclubs".


Es gibt viele Begriffe, die von interessengebundener Seite gewollt eingesetzt werden und das Ziel haben, die Adressaten herabzuwürdigen, sie in ihrer Würde zu beschädigen. So sprechen wir heute wieder leichthin von "Unterschichten". Das ist ein soziologischer Begriff, den wir nach dem Zweiten Weltkrieg und nach der NS-Zeit aus unserem Vokabular verbannt hatten. Wer „Unterschicht“ sagt, ist nicht weit entfernt vom „Untermenschen“. Der Begriff des Untermenschen ist ein Relikt der NS-Zeit, als es noch „Herrenmenschen“, sprich „Eliten“ gab.


„Elite“ bzw. „Eliten“ ist ebenfalls ein Begriff, der nach dem Zweiten Weltkrieg über viele Jahre verpönt war. Elite bedeutet „Auserlesen“, die Erfahrung jedoch lehrt, dass Eliten und das Böse in engster Verwandtschaft leben. Denn es waren die Eliten, die für den blutigsten aller bisherigen Kriege verantwortlich waren. Es waren und sind die Eliten, die für alle Kriege seit Beginn der Menschheit verantwortlich waren und sind. Seit Beginn dieses Jahrtausends ist der Begriff bei ganz bestimmten gesellschaftlichen Gruppen wieder hoffähig. Es ist ein verfluchter Begriff.


Wir warnen davor. Denn Eliten halten sich für Experten, für Wissende, für besonders Einsichtige. Nun muss man einen Blick auf die "besonders Einsichtigen" werfen. Müssen wir nicht, wenn jemand sich als "besonders einsichtig" bezeichnet aufhorchen, hellhörig werden? Denn selbstverständlich meint er damit sich selbst als anerkannten „Experten". Die Konsequenz anerkannter Experten in Sachen Vernünftigkeit oder Moral ist jedoch, dass Menschen, die in Expertenkulturen aufwachsen, sich angewöhnen, allein auf das Urteil dieser Experten zu vertrauen und deshalb nicht in der Lage sind, sich eigenständig zu koordinieren und zu orientieren. Sie leben gewissermaßen in Höhlen, ohne Zugang zur Wirklichkeit. Sie vegetieren in so genannten „Echo-Räumen“, in den sie unablässig nur ihre eigene Stimme vernehmen.  Die Frage, die sich daraus ergibt, ist: Verstehen diese so genannten „Experten“ und „Eliten“ noch, was Demokratie bedeutet? Sind sie nicht längst in ein selbst-referenzielles Gestrüpp geraten, in gedankliche Endlosschleifen, die es ihnen unmöglich machen, sich "eigenständig zu koordinieren und zu orientieren", was ja die Voraussetzung für Demokratie ist?


Schlimmer noch: Denn eine so verstandene "besondere Einsichtigkeit" führt zwanghaft in Welt- und Lebensblindheit und damit in totale Uneinsichtigkeit. Die "besonders Einsichtigen", die „Eliten“, werden schließlich zu "absolut Uneinsichtigen" Kein Wunder, dass sie die Welt und die Menschen nicht verstehen.  Sie sind blind – aber sie erheben den Anspruch, uns und die Welt führen und belehren zu können.  Welche Arroganz, welche Dummheit, welcher Mangel an Urteilskraft!


Die Liste der Begriffe, die die Würde des Menschen verletzten und bewusst herabsetzen, ist lang.


Für den, der Konstruktives leisten will, ist es von allerhöchster Bedeutung, auf die Wortwahl bei sich selbst und bei anderen Gesprächspartnern zu achten.


Vor nicht allzu langer Zeit haben wir unsere Veröffentlichungen mit der Aufforderung begonnen, sich selbst zu hinterfragen, sich die Fragen zu stellen: „Wie denke ich? Warum denke ich so, wie ich denke? Wer verführt mich dazu, so zu denken, wie ich denke?“ Denn viele Menschen sind verletzt und beschädigt von Kindheit und Jugend an. In ihren Köpfen klingen noch die Auswirkungen falscher Belehrungen.


Deshalb kann Menschen nichts Großartigeres empfohlen werden, als die eingangs erwähnte Suche nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Manche Fragen werden nicht einfach zu beantworten sein, aber wer sich auf den Weg dorthin macht, wird sich freier fühlen und unabhängiger und weniger ausgeliefert. Nie wieder wird er sagen: „Da kann man nichts machen! Die da oben machen sowieso was sie wollen!“ Nie wieder wird er ohnmächtig sein, nie mehr minderwertig. Er wird Gleicher und Gleichen sein, von niemanden beherrscht.


Wir haben in unseren Veröffentlichungen oft Kants Wahlspruch von der Aufklärung bemüht, denn er bedeutet Freiheit: Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Denkens ohne Leitung durch Andere zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung durch Andere zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“


   

Gerd Heming (Vors.)

  

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Damit es mit Wahrhaftigkeit beginnt, erhalten Sie diesen Artikel mit dem Thema "Neunzig Prozent der Deutschen sind nicht schuldig".

 

Liebe Mitglieder, sehr geehrte Damen und Herren!

 

Neunzig Prozent der Deutschen tragen keine Schuld an den Desastern des 20. Jahrhunderts. Auch wenn ihnen von interessierten Seiten und selbst von Historikern und Moralpredigern wieder und wieder die "große Schuld" unermüdlich gepredigt wird, auch wenn ihnen die "Schuld" seit siebzig Jahren eingehämmert, eingebleut, eingeimpft oder eingetrommelt wird: Neunzig Prozent der Deutschen tragen an den Desasterndes 20. Jahrhunderts keine Schuld. Sie sind unschuldig. Die Deutschen von Heute haben allen Grund, stolz auf sich und auf ihr Vaterland zu sein.  

 

Wie  seit 1998, seitdem sich Spitzbuben wie Schröder, Fischer, Merkel, Schäuble  und Komplizen  an die Macht gebracht haben und Macht über die Bevölkerung ergaunert haben, so auch 1928.

 

Damals wie heute lassen sich die Verbrecher, Verräter und Volksverführer deutlich kennzeichnen. 1928 bis 1945 waren es der Adel, die Hochfinanz, Konzernlenker wie etwa Krupp, der Großteil der politischen Klasse, große Teile der Intellektuellen, die Justiz und nicht zuletzt die Medien. Heute hat sich an dieser Zuschreibung und Zusammenstellung so gut wie nichts verändert. Wieder einmal schleichen  sich gewissenlose Volksverführer und mörderische Schurken an die Macht über das Volk.

 

Alter-aktiv-bdpv schrieb vor einiger Zeit: Auf die Verführungen der Jahre von 1928 bis 1945 bezogen, muss man in diesen Zeiten die Frage untersuchen, ob von 1998 bis 2015 auf eine andere Weise nicht Ähnliches geschieht. Denn wo Verantwortungslosigkeit grassiert, ist die Schandtat nicht fern.

 

Politik, Medien, die Hochfinanz, die privaten Banker und Versicherer wollen wieder einmal bewusst nicht wahrnehmen, was im Volk vor sich geht. Das ist eindeutig. Sie diskutieren -aber die eigentlichen Probleme diskutieren Sie nicht. Die eigentlichen Probleme sind die Missachtung und Unterdrückung eines großen Teils unserer Bevölkerung durch politische Entscheidungen der vergangenen 16 Jahre - darunter die gesamten "Hartz-Gesetze". Sie kapieren nicht  bzw. wollen nicht kapieren, welche Wirkungen diese Politik und die sogenannte Berichterstattung der Medien hatte und hat, welcher Frust, welcher Unmut, welcher Hass sich aufgestaut hat.  

 

Allein während der Gesundheitsreformen der Ulla-Schmid-Periode wurden die Arbeitgeber und die Krankenkassen um rund 20 Milliarden Euro jährlich entlastet, die fortan von den gesetzlich  Versicherten aus privaten Mitteln gezahlt werden. Die Liste der politisch initiierten Untaten gegen die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen - etwa die Steuererleichterungen für Großverdiener, die steuerliche Freistellung von Firmenverkäufen, die Absenkung der Körperschaftssteuer auf 15 Prozent, die Abschaffung der Erbschaftssteuer, die Abschaffung der Vermögenssteuer usw. -  ließe sich nahezu endlos fortsetzen. All das war von den Finanzhaien absichtlich herbeigeführt mit Hilfe Ihrer Knechte, den Politikern und Chefredakteuren durchgeführt.  Der gewaltige Fehler der Finanzbarone, der Politikdarsteller und Vasallen des großen Geldes ist es jedoch,  dass sie sich aus tiefster Selbsttäuschung für Experten halten, für besonders "Einsichtige".

 

Es gilt jedoch, dass - nach Michael Hampe, ETH Zürich - die Konsequenz sogenannter anerkannter Experten in Sachen Vernünftigkeit oder Moral die ist, dass Menschen, die in Expertenkulturen aufwachsen, sich angewöhnen, allein auf das Urteil dieser Experten zu vertrauen und deshalb nicht in der Lage sind, sich eigenständig zu koordinieren und zu orientieren. Ein soziales System, das Experten der Vernünftigkeit braucht, ist nicht demokratisch, sondern es ist ein System im Zeichen des platonischen Philosophenkönigs. Auf solche Könige und notfalls auch auf definierbare Kreise von Journalisten sollten wir besser verzichten.

 

Die Frage, die sich daraus ergibt, ist: Verstehen Medienleute überhaupt noch, was Demokratie bedeutet? Sind sie nicht längst in ein gedankliches und selbstreferentielles System geraten, das es ihnen unmöglich macht, sich "eigenständig zu koordinieren und zuorientieren", was ja die Voraussetzung für Demokratie ist? Es scheint so, ihr arrogantes Auftreten, mit dem sie sich der Öffentlichkeit präsentieren, lässt das vermuten.

 

Die oben genannten Gruppen merken nicht, dass die so verstandene "besondere Einsichtigkeit" in Welt-und Lebensblindheit und damit in totale Uneinsichtigkeit führt. Die "besonders Einsichtigen" werden schließlich zu "absolut Uneinsichtigen". Sie sind die „Blinden“, die den Sehenden die Welt erklären wollen. Welche Arroganz, welche Dummheit, welcher Mangel an Urteilskraft

 

Am 25. September 2015 ff haben diese Gruppen den untenstehenden Offenen Brief des Bundes der Pflegeversicherten/ alter-aktiv-bdpv an die Bundeskanzlerin  und an die Chefredaktionen  der Medien  erhalten. Es gab eine große Anzahl von Rückmeldungen, denn unsere Veröffentlichungen erreichen knapp zweitausend Adressaten, die wir direkt ansprechen und weitere geschätzte dreißigtausend ,weil viele der von uns direkt informierten Menschen diese Veröffentlichungen an Freunde, Bekannte und Verwandte weiterleiten. Was darüber hinaus an Weiterleitungen stattfindet, entzieht sich unserer Kenntnis, es dürften wohl einige hunderttausend sein.

 

Frau Merkel oder ihre Schergen in den Ministerien haben bisher nicht geantwortet. Doch  das haben wir auch nicht erwartet. Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen etwa 20 Jahre haben wir allen Anlass, die gesamte politische Bande für lernunfähig und lernunwillig zu halten. Sie sind längst mit Welt- und Lebensblindheit geschlagen, wenn es um neunzig Prozent der deutschen Bevölkerung geht. Und wieder ist es das Volk, das unschuldig ist. Wenn es trotzdem für schuldig erklärt wird, dann deswegen, weil es wieder einmal die Macht in Hände gelegt hat, die für dieses Vertrauen die denkbar ungeeignetsten und unwürdigsten Adressaten sind.


Folgendes bleibt noch: Unter den vielen Rückmeldungen, die uns erreichten, befand sich der "Offene Brief" vom 14.10.15 des Generalmajors Schultze-Rohnhof, den wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Ich empfehle Ihnen, den Offenen Brief des BdPV und den Offenen Brief des Generalmajors sorgfältig und mehrmals aufmerksam zulesen, Sie finden beide Briefe als PDF-Format im Anhang.

Mit freundlichem Gruss


1. Offener Brief von alter-aktiv-bdpv mit Fragenkatalog an die Frau Bundeskanzler, an den Bundespräsidenten, an alle Regierungsmitglieder in Berlin, in den Ländern und Gemeinden sowie an die Chefredaktionen der Medien

 

Sehr geehrte Frau Bundeskanzler Merkel, sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck, geehrte und ungeehrte Minister, sehr geehrte Chef-Redakteure der Medien,

 

Sie behaupten, Zuwanderung sei eine Bereicherung für die deutsche Gesellschaft.


Merkwürdigerweise sind überall dort, wo die meisten Zuwanderer geballt wohnen, die Probleme am größten. Kann es sein, dass wir, das Deutsche Volk, von Ihnen dreist belogen werden? Die Fakten sind erdrückend: Laut einer Studie, die 2010 in der FAZ veröffentlicht wurde, haben Zuwanderer aus den deutschen Sozialsystemen schon über eine Billion (!) Euro mehr herausgenommen, als sie in diese einbezahlt haben. Inzwischen, 2015, dürften es zwei Billionen (!) Euro sein. Trotz dembehaupten Sie: "Flüchtlinge stärken die Sozialsysteme". Richtig ist, dass das Geld, das von deutschen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnenerwirtschaftet wird,  in die Taschen der Migrations- und Integrationsindustrie fließt. Sie haben ein Betreuersystem für Migranten geschaffen, das den Sozialstaat nun in den Ruin führen wird. Warum verschweigen Sie uns das? Warum belügen Sie uns? Die Belastungen und den Schaden, den Sie dem Deutschen Volk aufbürden, können Sie unter alter-aktiv.bdpv.de nachlesen. 

 

Bevor ich Ihnen, meine Damen und Herren in den Regierungen und in den Medien, eine Anzahl wesentlicher Fragen stelle, schicke ich einige Fakten voraus:

 

1. Seit 1998 wird mit unserem Staat Raubbau betrieben. Sie haben diesen Raub an unserer Bevölkerung nicht nur zugelassen, Sie haben ihn gefördert.

 

2. Das Gesundheitssystem ist marode. Sein Niedergang ist täglich in vielen Bereichen zu beobachten. Sie sehen hilf- und tatenlos zu. Die Krankenhäuser sind nicht mehr Orte der Genesung, sie sind Orte sich ständig ausbreitender, verschärfter Krankheiten. Die Gefahr, in einem Krankenhaus an einer Krankheit zu sterben, wegen der man gar nicht ins Krankenhaus gekommen ist, ist millionenfach größer, als bei einem Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen.

 

3. Neunzig Prozent unserer Bevölkerung leiden unter Ihrer Unfähigkeit und unter der groben Verletzung Ihres Eides. Sie dienen nicht dem allgemeinen Wohl, sie zerstören es. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Gesunden und Kranken, die Menschen mit hohem Pflegebedarf, die Empfänger von Leistungen nach den Hartz-Gesetzen, die Rentnerinnen und Rentner, die Geringverdiener, die prekär Beschäftigten usw., sie alle mussten Einschränkungen hinnehmen, während Sie für Migranten Billionen verschleudern und den Großkonzernen und den Superreichen immense Steuergeschenke machen.

 

4. Wenn Sie mal handeln, kommt Negatives heraus. So haben Sie aus Alten- und Pflegeheimen noch immer keine Horte des Lebens und des Lebendigen gemacht, keine Lebenshäuser, sondern Häuser des Siechens und Verendens. Dafür, sagen Sie, sehr geehrte Damen und Herren der Regierungen und Medien, fehle das Geld.  Für Migranten aber legen Sie locker mal mehr als tausend Milliarden Euro auf den Tisch.

 

5. Unter Ihrer Regentschaft sind alle Infrastrukturen, die Eisenbahnen, die Straßen, die Autobahnen, die Brücken, die elektronischen und elektrischen Interaktionsmöglichkeiten, die Luftfahrt usw. verkommen.

 

6. Sie haben die schwere Wirtschaftskrise und die Krise in Europa mitzuverantworten, Sie haben das Geld der deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler (die Reichen zahlen keine Steuern und zahlen nicht in die sozialen Kassen ein) missbraucht und in dunkelste Kanäle gelenkt. Übrigens zahlen auch Sie, die vorgenannten, nicht in die gesetzlichen und sozialen Absicherungen ein, m.a.W., Sie beteiligen sich nicht an den großen Lasten, die den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auferlegt werden. Aber Sie haben die Guzpe, über die Verteilung der Lasten zu bestimmen.

 

7. Ihre Todsünde aber ist, dass Sie dabei sind, das Wesen der Familie, diesen geheiligten Ursprung aller Gesellschaften, zu zerstören. Werfen Sie den Genderismus auf jenen Haufen unserer Geschichte, der zu den Unseligen zählt. Erzählen Sie uns, welch satanischer Geist Ihnen den "Gender-Gedanken" in den Kopf gepflanzt hat. Reißen Sie diese teuflische Ideologie aus den Analen unserer Gesellschaft, denn er lässt eine grundlegende Erkenntnis außer acht, nämlich "dass die vorempirischen Elemente für die Erfahrung unverzichtbar sind". Diese unverzichtbaren vorempirischen Elemente aber sind es, die Sie leugnen. Damit jedoch verleugnen Sie sich selbst und das unheilvolle Gedankengebäude, dass Sie der Gesellschaft unterjubeln wollen. Denn "vom bloß Gedachten gibt es keine Erkenntnis. Wer das Gegenteil annimmt, wie Sie, in Politik und Medien es tun, erliegt einer Illusion, sogar einer Fata Morgana: Er glaubt zu erkennen, wo es  nichts zu erkennen gibt" (Kant, KrV).  M.a.W.: Ihnen fehlt die Urteilsfähigkeit, das jedoch ist, ebenfalls nach Kant, Dummheit.

 

Fazit: Sie dienen nicht dem Wohl aller Deutschen, Sie sind dabei, das Wohl aller Deutschen zu Gunsten von sogenannten "Eliten" und Migranten zu opfern.

 

Daher folgende Fragen an Sie. die Sie bitte zeitnah, differenziert und - falls Ihnen das überhauptnoch möglich ist -  wahrheitsgemäßbeantworten wollen:

 

Weiteres können Sie dem beigefügten, virengeschützten Anhangentnehmen.

Wir empfehlen den Besuch auf den Internetseiten des BdPV e.V. unter www.bund-der-pflegeversicherten.de

Werden Sie zu Ihrem eigenen Schutz Mitglied beim BdPV. Anträge zur Mitgliedschaft müssen schriftlich per Briefpost gestellt werden.

Mit freundlichem Gruss

alter-aktiv-bdpv (e.V.)

Gerd Heming (Vors)

Münster, zum Jahreswechsel 2015/2016

 

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Erkenntnisse des Alters VI – Die Zerstörung des Gemeinwohls

Die Reichen und Superreichen haben sich jeder gesellschaftlichen Verantwortung längst entzogen. Sie leben unter uns. Aber sie leben nicht mit uns. Ihr Ziel ist Herrschaft! - nicht die Gemeinschaft, ihr Ziel ist die Diktatur des Geldes. Sie sind den Verlockungen des Geldes verfallen.  Sie erkennen nicht, dass nicht sie das Geld besitzen, sondern das Geld sie besitzt - dass das Geld ihr gesamtes Denken und Handeln wahnhaft bestimmt. Sie sind die Sklaven ihrer selbst. Sie sind süchtig wie Alkoholiker, die vom Alkohol besessen sind oder mit anderen Worten: Sie sind geistig und psychisch krank.  Denn ihr Wahn hat das Ziel der Zerstörung  gesellschaftlicher Moral und des Gemeinwohls, ihr Wahn  will die totale Verwirklichung des alles zermalmenden neoliberalen Kapitalismus. „Dieneuen Herrscher der Welt“, sagt der Schweizer Soziologe Jean Ziegler, „ - die Beutejäger des globalisierten Finanzkapitals, die Barone der transkontinentalen Konzerne, die Börsenspekulanten - häufen ungeheure Vermögen an. Mit ihrem Tun zerstören sie den Staat, verwüsten die Natur und entscheiden jeden Tag darüber ,wer sterben muss und wer überleben darf. Willfährige, effiziente Verbündete stehen ihnen zu Diensten, allen voran die Funktionäre der Welthandelsorganisation, der Weltbank und des Weltwährungsfonds.“  Dieser Geist ist die Urmutter aller Kriege, allen Tötens, allen Grauens. Es ist dieser wahnhafte Geist, den Goethe in seinem „Faust“ treffend sagen lässt: „Ich bin der Geist, der stets verneint, und das mit Recht. Denn alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht. Drum besser wär’s. dass nichts entstünde! So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt, mein eigentliches Element“.  

 

Wenn die Menschheit leben will, wenn die Menschen sich selbst und das Gemeinwohl erhalten wollen, dann müssen die Reichen und ihre Propheten mit sofortige rWirkung weltweit den geschlossenen Abteilungen forensischer Psychiatrien zugeführt werden. Sie sind eine tödliche Gefahr für das Fortbestehen unserer Spezies.

 

Die Deregulierung der Finanz- und Wirtschaftswelt der vergangenen dreißig Jahre öffnete Steuerhinterziehung, Begünstigung, Betrug, Bestechung, geheimen Absprachen und der Umleitung von öffentlichen Mitteln in private Taschen Tür und Tor. Darüber hinaus generiert die deregulierte Finanzwelt "Plünderer" – das sind Führungskräfte, die maximalen persönlichen Gewinn aus den Unternehmen ziehen, deren Leitung ihnen anvertraut wurde. Sie zielen auf private Gewinne, meist in Verbindung mit Börsenwerten. Das ist die eigentliche Motivation hinter vielen der Buchhaltungsbetrügereien die große  Firmen, Banken und auch Börsengesellschaften plagen. Allerdings haben die Plünderer mächtige Freunde in der Regierung, die zu ihrer Rettung eilen. So werden dann nicht Staaten und ihre Bevölkerung gerettet, sondern private Versicherungen, Banker und Banken.


Zwielichtigkeit ist der zweite Name der Reichen. Doch diese Zwielichtigkeit ist mitunter nur schwer zu erkennen. Am ehesten vielleicht sind sie mit jenen Psychopathen oder Soziopathen zu vergleichen, bei denen das Fehlen von Empathie, das Fehlen von sozialer Verantwortung und Gewissen in der Regel nur von jenen Menschen erkannt wird, die über große Soziale Kompetenz, durchdachte Lebenserfahrung und nicht zuletzt über Weisheit verfügen.. Psychopathen sind auf den ersten Blick charmant, sie verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen und „Freunde“ an sich zu binden. Dabei sind sie nicht selten sehr manipulativ, um ihre Ziele zu erreichen. Ihre  dissoziale Persönlichkeitsstruktur ist durch ausgeprägte Diskrepanz zwischen Verhalten und geltenden sozialen Normen gekennzeichnet. Man erkennt sie an ihrer Unfähigkeit, sich in andere hinein zu versetzen, an ihrer Unfähigkeit, längerfristige Beziehungen aufrecht zu erhalten, wobei sie jedoch keine Probleme mit der Aufnahme frischer Beziehungen haben. Schwieriger noch ist es, ihr fehlendes Schuldbewusstsein auszumachen, denn sie spenden oft und reichlich und geben sich ausgesprochen sozial. Allerdings spenden sie nur dort reichlich und jovial, wo sie die Folgen ihrer Spenden kontrollieren und entsprechende Anerkennung, Bewunderung und Dankbarkeit als ihren persönlichen Erfolg verbuchen können. Ihre Kontrollsucht ist übrigens einer der Gründe, warum sie sich der Zahlung von Steuern so gern entziehen. Sie können nicht akzeptieren, Geld zu zahlen, dessen Verwendung sie nicht kontrollieren und bestimmen können. Letztlich aber zeichnet sie eines gemeinsam aus, nämlich die Unfähigkeit, aus Erfahrung zu lernen.

 

Die Unfähigkeit aus Erfahrung zu lernen, zeigt sich bei all diesen Propheten des Neoliberalismus und Radikalkapitalismus. Friedhelm Hengsbach, Professor  für Wirtschafts-und Gesellschaftsethik, beschreibt in seiner berühmten Analyse mit der Überschrift „Das Reformspektakel“ die Propheten des Geldes und der alleszermalmenden Ökonomie wie folgt: „Dass die geringe Lernfähigkeit jener Propheten, die im Widerspruch zu empirischen Beobachtungen ihre marktradikal wirtschaftsliberale Bekenntnisse aufrecht erhalten, für die wirtschaftliche Krise mit verantwortlich ist, dass die politischen Entscheidungsträger, die ihnen gefolgt sind, nicht zur Beseitigung, sondern zur Verschärfung der Krisen beigetragen haben, dass die Konzernchefs sich in schwerwiegenden Entscheidungen der Fusion und Finanzierung von Unternehmen vergriffen haben, wird in der Öffentllichkeit nicht sonderliche registriert.“ Was, wie daraus zu schließen ist, darüber hinaus auch auf die Unfähigkeit so mancher Medien und Medienmacher verweist.

 

Diese Unfähigkeit ist immanent und hängt mit jenen minderwertigen Denkstrukturen und Denkweisen zusammen, der all jene anhängen, denen Neues Denken unbekannt ist und in deren Adern noch Reste des Blutes von Neandertalern rinnt.

 

Man muss nicht lange raten, welche Gruppen es sind, in deren Adern Reste des Blutes von Neandertalern fließt: Es sind die „meinungsführenden“ Gruppen der Gesellschaft! Neandertalerblut in den Adern entdecken wir im übertragenen Sinne innerhalb der Vorstände in den Medien, innerhalb der Vorstände der großen gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Institutionen, innerhalb der Vorstände der Wirtschafts- und Industrieverbände, innerhalb der Vorstände der großen Banken, privaten Versicherer, der Hedge-Fonds-Manager und nicht zuletzt innerhalb nahezu aller Disziplinen der Wissenschaften, allen voran die Rechts- und Staatswissenschaften, die Naturwissenschaften, die Lebenswissenschaften, der Gesundheits- und Pflegewissenschaften und – leider -auch in der Philosophie.

 

Innerhalb dieser unheiligen und morallosen Allianz werden Gesetze geschmiedet, die passgenau auf die Ziele und Interessen der Reichen ausgerichtet sind und somit das Gemeinwohl und den Gemeinsinn zerstören.

 

Den Reichen treibt der Wille zur Macht. Nicht nur zur Macht über Menschen und Völker – zur Macht über die ganze Welt. Sie schaffen sich in Gemeinschaft mit den ihnen hörigen Politikern und Medien ihre eigenen Gesetze, und mit „gesetzlicher Legitimation“ sind sie nun dabei, sich die Menschheit gefügig zu machen. Mit gesetzlicher Kraft frieren sie deren Freiheitsgrade ein. Und mit Gesetzesmacht zwingen sie die sozial erzeugte Kälte auf Minusgrade herab. Da sie selbst Sklaven sind, ist die Versklavung aller ihr Ziel. Der Rest der Welt als Verfügungsmasse. Deswegen predigen sie Flexibilität, deswegen predigen sie Deregulierung, deswegen predigen sie Privatisierung. „Die reale, positive Macht des Bösen“ formuliert der Philosoph Schelling, „ist nur zu verstehen, wenn das Böse nicht einer Schwäche des Willens beziehungsweise einer unbestimmten Willkür entspringt, sondern im Willen selbst gründet, nämlich im aktiven „Eigenwillen“ des Subjekts, das sich als Einzelner, als Gruppe oder auch zum Beispiel als Nation gegen den „Universalwillen“ durchsetzen kann. Wenn der „Eigenwille“ danach strebt, ‚das, was er nur in der Identität mit dem Universalwillen ist, als Partikularwille zu sein, dann ist er alspartikularisierter Wille böse.“

 

Leben ist Leben inmitten von Leben, das leben will – leben endet frühestens mit dem letzten Atemzuge.

 

Nur der große, aufrechte und aufrichtige Geist erkennt des Geistes Wert.

 

Die Politik hat sich in den letzten 30 Jahren weitgehendvon ihren höheren Anliegen verabschiedet und sich auf Management und Technokratie reduziert. Was wir brauchen ist eine neue Politik des Gemeinwohls, die weniger zögerlich ist als in den letzten Jahrzehnten und eindeutig Stellung bezieht zu Gerechtigkeit und Bürgersinn.

 

Die Ära die Marktgläubigkeit ist zu überwinden. Den amerikanischen Philosophen Michael Sandel erschüttert es, dass diese Ära, als deren führende Protagonisten Ronald Reagan und Margarete Thatcher zu nennen sind, „von der politischen Bühne verschwanden und durch Nachfolger ersetzt wurden – Bill Clinton, Tony Blair und Gerhard Schröder muss man dazuzählen. Sie mäßigten die Marktgläubigkeit, doch zugleich verfestigten sie sie. Keiner der drei Exponenten der linken Mitte – keiner! – stellte die Grundannahme, die Leitidee des Marktglaubens von Reagan und Thatcher infrage: dass die Märkte das wichtigste Instrument zur Erreichung des Gemeinwohls seien“

 

Heute wissen wir, dass die Leitidee des Marktglaubens Gemeinsinn und Gemeinwohl zerstören. Heute wissen wir, dass die Menschen sich  nach den großen Themen, nach zuverlässigen moralischen Werten sehnen.  

 

Wenn die Alten hierzulande utilitaristischen Überlegungen angelsächsischer Art die Argumentation nehmen und gesellschaftliche Bedeutung in dem Sinne gewinnen wollen, dass sie  jenseits der Reproduktion auf andere Art etwas zur Erhaltung der Spezies beitragen,. dann muss diese Bedeutung über ihre persönliche Zukunft hinausgehen. Sie müssen erkennen, dass der Zeitgeist und die Ziele der privaten Wirtschaft und der privaten Versicherungen daraufgerichtet sind, die sozialen und Solidarität stiftenden Errungenschaften des späten 19. Jahrhunderts und insbesondere der 50er, 60er und 70er Jahre des 20.Jahrhunderts zu zerstören. Die Alten dürfen ihre Energien nicht für Trivialitäten verplempern. „Wenn die Alten ihre Energie im Alter verbrauchen oder mit Trivialitäten und Spielereien verplempern“, sagt die berühmte amerikanische Altersforscherin Betty Friedan, „wenn sie nur die Zeit totschlagen und das Alter und den Tod verleugnen, verschleudern sie ihre auf die Zukunft gerichtete Weisheit und Generativität. Ihr Leben muss mehr sein als nur jene bedeutsamen Erinnerungen, die sie vielleicht für ihre Enkel aufschreiben. Die Alten  können die Zukunft nicht voraussehen. Doch wenn sie an den Problemen arbeiten, vor denen unsere Gesellschaft steht, und dabei ihre im Lauf des Lebens erworbene Weisheit und Generativität einsetzen, einschließlich des Wissens um die Entstehung desSozialstaats, dann  hinterlassen sie ihren  Enkeln ein Vermächtnis, das darin besteht, dass sie bei der Gestaltung der Zukunft helfen und die Generativität und Solidarität des menschlichen Gemeinwesens entfalten und bewahren.“

 

Die Alten müssen ihr eigenes Leben leben, generativ solidarisch und als Teil der Gemeinschaft. Nur dem, der das Gemeinwohl fest im Blick hat, gehört die Zukunft.

 

 Gerd Heming, April 2014

 

Aufklärung (Kant)
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines eigenen Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Auflärung.


Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur  längst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen, Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der fr mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, usw.: so brauche ich mich ja selbst nicht zu bemühen.  Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für ich übernehmen.  Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den ‘Schritt zur Mündigkeit, außer dem, daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben.  Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem  Gängelwagen, darin sie sie einsprerreten, wagen durften: so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen, allein zu gehen. (Kant)

Maximen Kant) 

  • Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.
  • Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetze werden sollte.
  • Handle so, daß du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst. (Kant)

 

 

 

 

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Der Bund derPflegeversicherten e.V. (BdPV e.V.) finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen. Die Beiträge werden jährlich per Lastschrift abgebucht.

 

1. Der BdPV e.V. ist ein Schutzverein für Pflegeversicherte. Insbesondere ist er ein Schutzverein für Bürgerinnen und Bürger, die die Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen sowie für deren Angehörige und für Pflegekräfte

 

2, Die Mitglieder des BdPV e.V. erhalten Beratung und Unterstützung in allen mit der Pflegesituation verbunden Fragen. Es stehen ihnen Berater zur Seite, die sich inanerkannten und qualifizierten Studien mit den Bereichen der Pflege und des Alters vertraut gemacht haben und in fortlaufenden Studien ihre Qualifikation schulen.

 

3. Die Mitglieder des BdPV e.V. werden in ihrer Selbstbestimmung und Eigenverantwortung unterstützt und gefördert. Als Mitglied des BdPV e.V. begegnet man anderen Mitgliedern, die zum großen Teil eigene Erfahrungen in der Pflege ein großes Maß an Kenntnissen und Erfahrungen gewonnen haben. Der persönliche Austausch hilt allen Betroffenen die Pflege bewusst zu verarbeiten und ihre Arbeit leichter zu meistern.

 

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5. Der BdPV e.V. lehnt den Begriff der „Pflegebedürftigkeit“ ab, zum Ersten, weil er nichts sagend ist und niemand „nur“ pflegebedürftig ist, zum Zweiten, weil alle Menschen tagtäglich der Pflege bedürfen, vom Aufstehen am Morgen bis zum zu Bett gehen am Abend.

 

6. Alle Bereiche, die in der Pflegeversicherung aufgeführt und „Aktivitäten des täglichen Lebens“ genannt werden, sind jedem Bürger und jeder Bürgerin bekannt. Von der Körperwäsche morgens bis zum Zähneputzen abends. Insofern geschieht in der Pflege nichts, was nicht allgemeines Wissen ist.

 

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8. Vom Gesetzgeber fordert der BdPV e.V. deshalb die ethische Unterstützung für alle, die mit gutem Willen in der Pflege tätig sind.

 

Gezeichnet:

Bund der Pflegeversicherten e.V.

Gerd Heming (Vors.) im Juli 2011