NRW Gesundheitsministerium

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pfusch in der Pflege 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mut zum  Widerstand 

Ratgeber + Fragen zur Pflege 

Häufig gestellte Fragen


1. Was im Falle von Pflegebedürftigkeit zu tun ist: 


- Stellen Sie im Falle von Pflegebedürftigkeit bitte sofort einen formlosen Antrag auf “Leistungen aus der Pflegeversicherung” bei Ihrer Pflege-/Krankenkasse. Die Leistungen werden nur vom Tag der Antragstellung an (rückwirkend) gezahlt


- Bedenken Sie, dass die Pflegekasse erst nach Ihrer Antragstellung den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit beauftragt.


- Bedenken Sie, dass die Gutachter des MDK von Ihrer Pflegekasse beauftragt werden und somit als "verlängerte Arme" Ihrer Pflegekasse gelten.
- Bedenken Sie ferner, dass insofern ein wirklich "neutrales Gutachten" durch den MDK nicht zweifelsfrei gegeben ist.


Prägen Sie sich ein, dass Sie ein freier Mensch einer freien, demokratischen Gesellschaft sind und daher nicht "automatisch" die Entscheidungen des MDK oder Ihrer Pflegekasse hinnehmen müssen.


- Denken Sie bei der Antragstellung daran, den Tag schriftlich festzuhalten, an dem Sie den Antrag gestellt haben. Es ist Ihr Geld, um das es geht. Lassen Sie sich den Tag der Antragstellung von Ihrer Pflegekasse schriftlich- Führen Sie ein Pflegetagebuch! Tragen Sie dort jede Minute - buchstäblich jede Minute - ein, die Sie für die Pflege Ihres pflegebedürftigen Angehörigen, Partners, Freundin oder Freundes aufwenden. Nur dann können Sie dem Gutachter des MDK und Ihrer Pflegekasse bewusst und bestimmt entgegentreten. Bedenken Sie dabei, dass Ihre Pflegekasse und die Gutachter des MDK unter dem "Wirtschaftlichkeitsgebot" stehen. Sie werden immer versuchen, die von Ihnen festgestellten Pflegezeiten zu kürzen. Setzen Sie sich notfalls mit dem Bund der Pflegeversicherten in Verbindung.


 - Viele Pflegebedürtige zeigen, wenn sie vom MDK "begutachtet" werden, eine ungewöhnliche Vitalität und Leistungsfähigkeit. Sie empfinden diese Situation als Ausnahmesituation. Sie zeigen unter Umständen Fähigkeiten, die sie unter Alltagsbedingungen nicht, bzw. nicht mehr besitzen. Weisen Sie den Gutachter darauf hin - und lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass Sie darauf aufmerksam gemacht haben.


- Fragen Sie den Gutachter oder die Gutachterin nach deren beruflicher Qualifikation. Ein qualifizierter Gutachter wird Ihnen die Antwort nicht verweigern. Für Sie ist wichtig zu wissen, ob der Gutachter etwa eine orthopädische oder psychiatrische Ausbildung genossen hat. Ein ausgebildeter Orthopäde wird kaum die Qualifikation besitzen, innere Erkrankungen sachlich angemessen zu diagnostizieren. Umgekehrt gilt das ebenso. Eine gynäkologisch ausgebildete Ärztin wird zum Beispiel eine Verletzung des vierten Lindenwirbels kaum sachlich diagnostizieren können.


- Wenden Sie sich im Zweifelsfall an den Bund der Pflegeversicherung. Allerdings dürfen wir Sie aus rechtlichen Gründen nur als Mitglied individuell beraten.


.Pflegestufen sind überflüssig und ungerecht:


Aus: Evaluation der Orientierungswerte für die Pflegezeitbemessung; Forschungsbericht BMG, Nov. 2000.


"Jeder Pflegehandlung liegt ein Pflegeprozess zugrunde, den wir in Prozessschritte untergliedert haben. Im einfachsten Fall sind das die drei Pflegephasen: Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung.


Pflegeprozesse haben keine nennenswerten zyklischen Wiederholungen, wie sie für viele Prozesse in Fertigungs- und Dienstleistungsbetrieben typisch sind. Bei den meisten Pflegehandlungen kommt es zu einem ständigen Wechsel zwischen unterschiedlichen Aktivitäten, teilweise auch für die Pflegeperson unvorhersehbar. Eine Pflegehandlung, die morgens ausgeführt wird, kann einen Bruchteeil oder ein Mehrfaches an Zeitaufwand bedingen, wie die gleiche Pflegehandlung, die am Abend des gleichen Tages anfällt. Die Folgen dieses Sachverhalts sind:


- es gibt zahlreiche Varianten von Pflegeprozessen zur gleichen Pflegeverrichtung, und


- für Pflegehandlungen, die zur gleichen Pflegeverrichtung erfolgen ("genauso heißen"), können gravierend unterschiedliche Zeitbedarfswerte anfallen."Klicken Sie einfach in den Text, um diesen zu bearbeiten. Überschreiben Sie den Text nach Ihren Wünschen und wählen Sie dabei Ihre individuelle Schriftart und -farbe aus.

Oder wählen Sie über "Inhalte einfügen" interessante Module aus, die Sie an die gewünschte Stelle positionieren können. 


"Die Leistungen bei Pflegebedürftigkeit können mit den Orientierungswerten kaum abgebildet werden. Korridorwerte, die nach den empirischen Werten gebildet würden, müssten so breit sein, dass sie wiederum nicht zu einer Vereinheitlichung führen könnten. Darüber hinaus berühren die empfohlenen Zeitkorridore nur einen geringen Teil der erforderlichen Pflegehandlungen, weil sie nur eine Hilfeform beinhalten. Außerdem kann diese Hilfeform auch nicht so präzise und trennscharf definiert werden, wie dies erforderlich wäre."


Daher verfehlen die bisherigen Begutachtunsweisen des Medizinischen Dienstes (MDK) ihr Ziel. Durch den Einsatz von Zeitkorridoren ist die Begutachtung von Pflegehandlungen ungerecht, da sich hinter den Überschriften von Pflegehandlungen sehr unterschiedliche Einzelhandlungen verbergen. Der Bund der Pflegeversicherten fordert daher, die Pflegebedürftigkeit neu zu definieren, da in einem Zeitkorridor nicht einmal die Hälfte aller gemessenen Zeiten fällt. "Sollten 80 Prozent der erwarteten Werte in einem Korridor erfasst werden, dann müsste dieser zehn bis vierzig Minuten umfassen. Diese breiten Streuungen fanden sich bei nahezu allen in den Begutachtungsrichtlinien definierten Pflegehandlungen. Begutachtungsgerechtigkeit kann dann mit den alten Richtwerten keinesfalls erreicht werden". Pflegehandlungen sind im Detail sehr heterogen. Sie unterscheiden sich nicht nur von Fall zu Fall, sondern auch von Situation zu Situation.


Pflegemaßnahmen müssen daher immer vom Zustand des Pflegebedürftigen ausgehen. Es wäre viel sinnvoller, den Zustand des Betroffenen genau und differenziert zu erfassen, um dann einen individuellen Pflegeplan zu erstellen und die einzelnen Pflegeschritte festzulegen. "In der derzeitgen Definition von Pflegebedürftigkeit im § 14 des SGB XI wird Pflege immer nur als handwerkliches Tun ohne Anlass und Ziel angesehen. Art und Intensität der Pflegebedürftigkeit lassen aber viel besser durch geeignete Assessment-Intrumente abbilden als mit Zeitwerten. Dem Assessment-Verfahren hat die Erstellung eines individuellen Pflege- und Heilplanes zu folgen. Nur so kann darauf hingewirkt werden, die "Pflegebedürftigkeit zu überwinden, zu mindern sowie eine Verschlimmerung zu verhindern" (§ 5 SGB XI). Auf diese Weise ließen sich auf der einen Seiten die Prozessqualität der Pflege verbessern, auf der anderen Seite ließen sich (auch mittels eines Barecode-Verfahrens) auf der Kostenseite sozusagen als "Zugabe" fortwährend auflaufende Kosten zum Nutzen der Gesamtheit der Pflegeversicherten einsparen.

Gerd Heming (Vors.)

 

     

Der Bund derPflegeversicherten e.V. (BdPV e.V.) finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen. Die Beiträge werden jährlich per Lastschrift abgebucht.

 

1. Der BdPV e.V. ist ein Schutzverein für Pflegeversicherte. Insbesondere ist er ein Schutzverein für Bürgerinnen und Bürger, die die Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen sowie für deren Angehörige und für Pflegekräfte

 

2, Die Mitglieder des BdPV e.V. erhalten Beratung und Unterstützung in allen mit der Pflegesituation verbunden Fragen. Es stehen ihnen Berater zur Seite, die sich inanerkannten und qualifizierten Studien mit den Bereichen der Pflege und des Alters vertraut gemacht haben und in fortlaufenden Studien ihre Qualifikation schulen.

 

3. Die Mitglieder des BdPV e.V. werden in ihrer Selbstbestimmung und Eigenverantwortung unterstützt und gefördert. Als Mitglied des BdPV e.V. begegnet man anderen Mitgliedern, die zum großen Teil eigene Erfahrungen in der Pflege ein großes Maß an Kenntnissen und Erfahrungen gewonnen haben. Der persönliche Austausch hilt allen Betroffenen die Pflege bewusst zu verarbeiten und ihre Arbeit leichter zu meistern.

 

4. Der BdPV e.V. betreibt intensive Aufklärung seiner Mitglieder. Sie werden per e-Mail monatlich überwichtige Geschehnisse informiert und haben jederzeit Zugriff auf die Internetseiten des BdPV e.V. unter www.bund-der-pflegeversicherten.de

 

5. Der BdPV e.V. lehnt den Begriff der „Pflegebedürftigkeit“ ab, zum Ersten, weil er nichts sagend ist und niemand „nur“ pflegebedürftig ist, zum Zweiten, weil alle Menschen tagtäglich der Pflege bedürfen, vom Aufstehen am Morgen bis zum zu Bett gehen am Abend.

 

6. Alle Bereiche, die in der Pflegeversicherung aufgeführt und „Aktivitäten des täglichen Lebens“ genannt werden, sind jedem Bürger und jeder Bürgerin bekannt. Von der Körperwäsche morgens bis zum Zähneputzen abends. Insofern geschieht in der Pflege nichts, was nicht allgemeines Wissen ist.

 

7. Vom Gesetzgeber fordert der BdPV e.V.  deshalb Transparenz. Heimliche Vereinbarungen in den Manageretagen der Pflegeheimbetreiber und der Krankenkassen sind zu beenden.

 

8. Vom Gesetzgeber fordert der BdPV e.V. deshalb die ethische Unterstützung für alle, die mit gutem Willen in der Pflege tätig sind.

 

Gezeichnet:

Bund der Pflegeversicherten e.V.

Gerd Heming (Vors.) im Juli 2011